Weitere Vorwürfe gegen Regisseur Wedel

Dieter Wedel

Die Schauspielerin Ute Christensen, die Gemschs Rolle übernahm, berichtet in der "Zeit", dass sie Wedels Einladung, auf sein Hotelzimmer zu kommen, ausgeschlagen habe und daraufhin von dem Regisseur derart gemobbt und gedemütigt worden sei beim Dreh, dass sie mit einem Nervenzusammenbruch in die Klinik gekommen sei. "Er setzte sich rittlings auf mich, packte meinen Kopf bei den Haaren und schlug ihn immer wieder aufs Bett, einmal auch an die Wand und dann einmal auf die Bettkante", wird die Schauspielerin zitiert. Mit ihrem Halswirbel sei sie so hart auf die Bettkante geprallt, dass sie sich nicht mehr habe bewegen können.

Bereits Anfang Januar hatten drei Ex-Schauspielerinnen Wedel beschuldigt, er habe sie in den 90er Jahren sexuell bedrängt. Christensen war - was Wedel nicht wusste - damals im zweiten Monat schwanger. Diese seien "aufgrund von Krankheitsausfällen mehrfach unterbrochen" worden, zitiert die "Zeit" aus dem Bericht.

Eine weitere, heute 74-jährige Schauspielerin schilderte anonym, sie sei 1975 von Wedel in einem Wald vergewaltigt worden. Er habe sie bei Hamburg in ein Waldstück gefahren, sie habe vergebens versucht ihn abzuwehren. Am Montag war bekanntgeworden, dass Wedel mit Herzbeschwerden im Krankenhaus liegt. Die meisten der mutmaßlichen Taten sind verjährt, aber wegen einer Gesetzesänderung im Jahr 2015 nicht alle. Zahlreiche Anschuldigungen lassen sich durch Dokumente aus Archiven belegen, andere durch Aussagen von Zeugen am Filmset, von Freunden und Angehörigen der Frauen. Zudem würden Aussagen von Zeugen am Filmset, von Freunden und Angehörigen der Frauen ihre Angaben stützen.

Esther Gemsch hat laut "Zeit" eine eidesstattliche Versicherung zu ihren Äußerungen abgegeben.

Neben den betroffenen Schauspielerinnen äußert sich gegenüber der "Zeit" auch ihr Kollege Michael Mendl (73, aktuell in der Netflix-Serie "Dark" zu sehen) zu den Vorwürfen - und beschreibt Wedels Auftreten gegenüber den Frauen am Set. Eine Aufarbeitung des tatsächlich Geschehenen wird aufgrund der lange zurückliegenden Ereignisse kompliziert.

Dieter Wedel könne aus gesundheitlichen Gründen zurzeit zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben, habe sein Anwalt mitgeteilt, heißt es in der "Zeit". Eine Sprecherin teilte mit, er befinde sich nach einer Herz-Attacke im Krankenhaus. In beiden Fällen gab es Schriftwechsel zwischen Anwälten, Produktionsfirma und Sender, in denen unter anderem von "versuchter Notzucht, vorsätzlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Beleidigung" die Rede ist.

Welche Medien mit fünfstelligen Beträgen versuchen sollen Informationen zu Kaufen und welche Schauspielerinnen ihn genau erpressen wollten, verschweigt er jedoch.

Das Statement des Regisseurs endet mit der Ankündigung, dass er sich nicht weiter in der Sache einlassen will: "Der Umfang, die Art und Weise der Darstellung, die Anfeindungen haben für mich in meinem 76sten Lebensjahr ein für meine Gesundheit und natürlich auch für meine Familie erträgliches Maß weit überschritten".

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