Bernhard Mattes zum neuen VDA-Präsidenten gewählt

Bernhard Mattes Quelle dpa

Der langjährige Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes wird ab Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Mattes nimmt seine Tätigkeit am 1. März auf, wie der Verband mitteilte. Der 61-Jährige löst den bisherigen VDA-Präsidenten Matthias Wissmann (68) ab, der den VDA im Frühjahr verlässt.

"Wir freuen uns, mit Bernhard Mattes einen ausgewiesenen Kenner der Automobilindustrie gewonnen zu haben".

"Die Entscheidung wurde von allen drei Herstellergruppen im Vorstand und Präsidium einstimmig getroffen", ergänzte Arndt G. Kirchhoff, ebenfalls VDA-Vizepräsident und Geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe.

Mattes hatte über 14 Jahre bis 2006 die Ford-Werke in Köln geleitet. Er übernimmt den Verband in einer Zeit, da die Autohersteller wegen umstrittener Abgastests an Affen und Menschen in der Kritik stehen. Die EU hat deswegen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet.

Er sieht die Branche in einem historischem Umbruch: Mattes verwies auf Elektroautos, Digitalisierung, autonomes Fahren und alternative Mobilitätskonzepte sowie die Herausforderung, Verbrauch und Schadstoffausstoß von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor weiter zu senken. Vor diesem Hintergrund gehe es darum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schlüsselbranche zu sichern und auszubauen, so Mattes.

Mattes ist politisch nicht so tief vernetzt wie sein Vorgänger Wissmann, der Bundesverkehrsminister war. Allerdings pflegt er als Präsident der Amerikanischen Handelskammer gute Kontakte in die USA. Immerhin sei die Autobranche von zentraler Bedeutung für den Industriestandort Deutschland ist. Daimler, BMW und Volkswagen widersprachen dem aber. Sein Vertrag war erst im November 2016 um zwei Jahre verlängert worden. So hatte der VDA beim ersten Dieselgipfel im vergangenen Jahr noch während der laufenden Verhandlungen zum Unmut einiger Unternehmen eine Pressemitteilung veröffentlicht. Wissmann wurde zudem ein ungeschicktes Agieren nach den Kartellvorwürfen gegen die deutschen Autobauer angelastet. Zetsche hob hervor, dass Wissmann die Interessen der Industrie glaubwürdig vertreten und ihr eine starke Stimme verliehen habe.

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