Bosch - Tierversuche schaden Diesel-Image weiter

Volkmar Denner Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH

Und nennt auch Gründe dafür.

Wenn es nach Ansicht von Bosch-Chef Volkmar Denner geht, ist das zwar schwierig aber noch möglich.

"Dazu gehört für mich auch ein ganz anderes Maß an Transparenz".

"Wir haben die Deutungshoheit verloren", gesteht Denner ein. Notwendig sei eine faktenbezogene Diskussion.

Weltweit arbeiten rund 50.000 der mehr als 400.000 Arbeitnehmer des Stiftungskonzerns in Betrieben, die Diesel-Technik entwickeln und produzieren. Für die eigenen Entwickler müsse das Ziel sein, sich nicht mehr mit gesetzlichen Grenzwerten zufrieden zu geben: "Ein Verbrenner soll im Wesentlichen nur noch das ausatmen, was er eingeatmet hat". Im Vorstand des Branchenverbands VDA setzt Denner sich für eine entsprechende Kampagne ein, stellt aber auch klar: "Bosch macht nur mit, wenn sie nach vorne gerichtet ist".

Die umstrittenen Diesel-Abgastests mit Affen, die am vergangenen Wochenende bekanntgeworden waren, seien allerdings wieder ein erheblicher Rückschlag. Gehe die irgendwann zurück, und davon müsse man ausgehen, könnte der Diesel für Bosch schon in diesem Jahr ein "Beschäftigungs-Thema" werden.

Die Dieselkrise, die seit dem Aufdecken von Manipulationen an VW-Motoren im Herbst 2015 zu laufend sinkenden Zulassungszahlen für Diesel-Autos geführt hat, ist für Bosch als größten Lieferanten von Dieseltechnik eine konkrete Bedrohung.

Die Werke, in denen an Diesel-Technologie gearbeitet werde, seien weiterhin voll ausgelastet, sagte der Chef der Mobilitätssparte, Rolf Bulander. "Wir können uns da nicht auseinanderdividieren lassen", sagte Denner. Die Anforderungen an die Produktion von Dieseltechnologie seien teilweise so hoch wie in der Chipfertigung - solche Maschinen seien nicht für die Elektromobilität zu gebrauchen. Der Bau einer Batteriezell-Fabrik, der seit langem geprüft wird, scheint nach den Ausführungen von Denner eher unwahrscheinlich.

Die Chance bestehe generell darin, dass ein Milliardenmarkt entstehe. Euro für Fertigungskapazitäten von 200 Gigawattstunden in die Hand nehmen. Für eine entsprechende Batteriefabrik wäre eine Investition von 20 Milliarden Euro nötig, erklärte Denner.

Da drei Viertel der Wertschöpfung auf die Rohstoffe entfielen, bliebe nur ein geringer Anteil, in dem der Hersteller Wettbewerbsvorteile erarbeiten könnte. Die Entscheidung, ob er eine eigene Batteriezellfertigung aufbauen soll, will der Zulieferer nach Denners Worten in den kommenden Wochen verkünden. Einen Zusammenhang mit den Bemühungen des EU-Vize-Präsidenten Maros Sefcovic um eine europäische Batterie-Allianz gebe es in der Sache nicht, wird bei Bosch betont. Die Alternativen zu einer Großinvestition in die Batteriezell-Produktion ließ die Bosch-Geschäftsführung noch im Dunkeln. "Während das Silicon Valley die digitale Welt vernetzt, vernetzt Bosch die reale Welt", lautet das Leitmotiv.

Für den zukünftigen Erfolg mögen solchen Entwicklungen bedeutend sein, das aktuelle Geschäft ist nach wie vor von der Automobiltechnik geprägt. Zu den 78 Milliarden Euro Gesamtumsatz im vergangenen Jahr steuerten die sogenannten Mobility Solutions allein 47,4 Milliarden bei. Euro und einer Zunahme von 7,8 Prozent den stärksten Zuwachs. Vor Zinsen und Steuern erzielte Bosch einen Gewinn von 5,3 Mrd. Die operative Rendite kletterte um einen Prozentpunkt auf 6,8 Prozent. In den beiden für Bosch wichtigen Märkten dürfte sich das Wachstum abschwächen.

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