Auschwitz-Überlebende warnt im Bundestag vor Antisemitismus

Also aufpassen.“ Diesen Satz gibt Anita Lasker Wallfisch eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz den Deutschen auf den Weg

Der Bundestag hat am Mittwoch mit einer Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Eine Fraktion fühlt sich offenbar besonders angesprochen.

Diese Nachricht wurde am 31.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Doch für eine Fraktion im Bundestag gibt es eine rote Linie. Als Cellistin wird Anita Lasker im Vernichtungslager für das sogenannte Mädchenorchester verpflichtet.

Es ist ein beeindruckender Auftritt, den Lasker-Wallfisch, Überlebende der Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen, im Bundestag hinlegt. "Für uns haben sich die Grenzen damals hermetisch geschlossen", erinnerte Lasker-Wallfisch. Anstatt, wie einst, die Grenzen abzuschotten, habe sich Deutschland verdient gemacht durch eine "unglaublich generöse, mutige und menschliche Geste, die hier gemacht wurde". An einigen Stellen klatschen Abgeordnete der AfD nicht mit. Sie sitzen da, schweigend, teils mit verschränkten Armen. "Plötzlich war alles zu Ende", sagt sie.

Ihre "Karriere als Überlebende" nennt Lasker-Wallfisch diese Lebensepisode. "Irgendwann mussten wir den gelben Stern tragen".

► 1942 deportierten und ermordeten die Nationalsozialisten Alfons und Edith Lasker.

Anita Lasker-Wallfisch ist heute 92 Jahre alt. Ihr Versuch, mit gefälschten Pässen nach Frankreich zu entkommen, scheiterte.

Also aufpassen.“ Diesen Satz gibt Anita Lasker Wallfisch eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz den Deutschen auf den Weg

Vor Gericht hofften die Schwestern auf ein möglichst hartes Urteil. Denn: "Gefängnis war besser als Konzentrationslager". Sie kommen nicht sofort nach Auschwitz, werden als Kriminelle behandelt. Die Mitglieder mussten unter anderem für das Lagerpersonal spielen. "In Auschwitz wurde man wegen jeder Kleinigkeit ermordet, in Bergen-Belsen ist man einfach nur krepiert", sagt die heute 92-Jährige, die nach eigener Aussage Fälle von Kannibalismus beobachtet und Wärter gesehen hat, die Menschen bei lebendigem Leibe verbrannten. Am 15. April schließlich befreiten britische Soldaten das Lager.

Schäuble betonte: "Dieses freie, demokratische, rechtsstaatliche, friedliche Deutschland, in dem wir heute das Glück haben zu leben, ist auf der historischen Erfahrung unermesslicher Gewalt gebaut".

Auch Bundestagspräsident Schäuble zeigte sich besorgt über den Antisemitismus in Deutschland.

Auch bei diesem Thema möchte die AfD offensichtlich ein Zeichen setzen und aus dem sonst bei dieser Veranstaltung bestehenden überfraktionellem Einverständnis ausscheren.

Viele Jahre konnte Lasker-Wallfisch über ihre Erlebnisse nicht sprechen. Aber ist es nicht die AfD, die in ihren Reihen mit Wolfgang Gedeon einen Politiker duldet, der per gerichtlichem Beschluss "Holocaustleugner" genannt werden darf, weil seine Aussagen so eindeutig geschichtsrevidierend sind?

In Bezug auf die heutige Zeit lobte die Rednerin die Bereitschaft Deutschlands in den vergangenen Jahren, Flüchtlinge aufzunehmen. "Verbrecher bekamen einen Prozess, Juden waren Freiwild", sagte Lasker-Wallfisch. "Und was ist es für ein Skandal, dass jüdische Schulen und Kindergärten von der Polizei bewacht werden müssen?" Die 92-Jährige spricht mit viel Kraft, findet deutliche Formulierungen. Und sie sagt am Ende der Rede auch, warum sie ihre Meinung irgendwann geändert hat: "Hass ist ein Gift und letztendlich vergiftet man sich selbst".

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