Für Krebspatienten steigen die Überlebens-Chancen

Immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Hierzulande hat sich die Zahl der Neudiagnosen seit 1970 fast verdoppelt.

Chemnitz. Die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, sind seit dem Jahr 2000 weltweit gestiegen, auch wenn es weiterhin große Unterschiede in den einzelnen Ländern gibt. Auch in Deutschland seien die Überlebenschancen gestiegen. Zudem hängen die Überlebensraten stark von der Krebsart ab.

LONDON. Die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, sind seit dem Jahr 2000 weltweit gestiegen. Die Überlebensraten sind aber je nach Krebsart sehr unterschiedlich.

Für die Untersuchung hat ein Forscherteam um Dr. Claudia Allemani von der London School of Hygiene & Tropical Medicine (Großbritannien) Daten von 322 Krebsregistern aus 71 Ländern und Regionen zusammengetragen und ausgewertet.

Die Wissenschaftler ordneten die Daten in Zeiträume von je fünf Jahren ein und ermittelten die durchschnittliche Rate derjenigen Patienten, die fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch lebten. "Die kontinuierliche Beobachtung der globalen Trends beim Überleben von Krebserkrankungen ist von entscheidender Bedeutung, um die allgemeine Wirksamkeit von Gesundheitssystemen weltweit zu bewerten und politischen Entscheidungsträgern dabei zu helfen, bessere Strategien zur Krebsbekämpfung zu planen", wird Allemani in einer Mitteilung der Fachzeitschrift "The Lancet" zitiert.

Wenn es um Maßnahmen zur Krebsvorbeugung geht, wird vor allem der Kampf gegen das Rauchen genannt. Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung des persönlichen Krebsrisikos ist, den Alkoholkonsum einzuschränken.

Die Studie umfasst 18 Krebsarten oder Krebsgruppen, die etwa drei Viertel aller Krebserkrankungen ausmachen: Ösophagus, Magen, Kolon, Rektum, Leber, Pankreas, Lunge, Brust (bei Frauen), Zervix, Ovarien, Prostata und Melanom der Haut bei Erwachsenen sowie Hirntumoren, Leukämien und Lymphome bei Erwachsenen und Kindern. Bessere Chancen, eine Krebserkrankung zu überstehen, gibt es in den USA, in Kanada, Australien, Neuseeland sowie in Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Erreicht habe dies Dänemark durch bessere Investitionen, beschleunigte Patientenwege und die Überwachung der Einhaltung von Wartezeiten durch Krankenhäuser.

Im weltweiten Vergleich steht Deutschland im oberen Drittel der untersuchten Staaten. Die größte Verbesserung bei der Überlebensrate bei Leberkrebs wurde in Südkorea festgestellt: Dort stieg die Rate von elf Prozent im Jahr 1995 auf 27 Prozent 2014. In Mexiko und Brasilien hingegen überlebten zwischen 2010 und 2014 nur 40 Prozent der Kinder mit dieser Diagnose. Auch beim Speiseröhrenkrebs (von 16,2 auf 18,6 Prozent) und beim Lungenkrebs (von 15,4 auf 19,7 Prozent) gibt es verhältnismäßig große Fortschritte. Dennoch bleiben sie die tödlichsten Krebsarten. Allerdings seien die Zahlen hier wenig aussagekräftig, weil es aus den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg keine Daten gebe.

Die Studienautoren heben besonders die Gefährlichkeit des Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs) hervor.

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