Nach Nutella-Tumulten Rabatt-Schlachten sollen verboten werden

Das 950-Gramm-Glas Nutella kostete in der vergangenen Woche in Intermarché-Supermärkten nur 1,41 Euro

Er sagte zum Verhalten der Supermärkte: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser".

Supermarktkunden stürzen sich wie von Sinnen auf Nutella-Gläser mit 70 Prozent Rabatt: Handyvideos zeigten Frauen und Männer, die in Supermärkten handgreiflich wurden, um sich palettenweise Nutella-Gläser für 1,41 Euro zu sichern. Ähnliche Szenen spielten sich unter anderem in Metz westlich von Saarbrücken ab, wie Lokalzeitungen berichten.

Die Satirezeitung "Le Canard enchaîné" erinnert daran, dass die Französische Revolution 1789 mit Schlangen vor den Bäckereien begann: "Das Volk wollte Brot".

Als sich Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Mittwochmorgen im Radiosender RTL den Fragen der Moderatorin stellte, ging es erst einmal um ein Thema, das in den Augen der Regierung keinen süßen Beigeschmack hat. Le Maire erklärte, er habe den Chef der Supermarktkette einbestellt und ihm erklärt, dass sich solche Rabattschlachten nicht wiederholen dürften. Sie klagen wie auch in Deutschland über extremen Preisdruck durch die Großhandelsketten. Am Mittwoch wollte die Regierung zudem ein Gesetz vorstellen, nach dem große Supermärkte ihre Produkte mindestens zehn Prozent über Einkaufspreis verkaufen müssen. Auch Aktionen nach dem Motto "Zwei Produkte zum Preis von einen" seien künftig tabu, betont Travert. Doch immer wieder versuchen die französischen Großhändler, ihre Kunden mit extremen Preisnachlässen in ihre Hypermärkte am Stadtrand zu locken. Einzelhandelsverbände beobachten eine Rückkehr der Kunden in Lebensmittelläden um die Ecke und einen Trend zum Einkauf in Bioläden oder bei Kooperativen.

Die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) "wird diese Aktion untersuchen", so das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen. Bei der Supermarktkette sieht man die Aufregung aber offenbar gelassen: Die Preisaktion "Die vier billigsten Wochen in Frankreich" ist in vollem Gang. Die Anzeigen für einen 70-Prozent-Rabatt auf Espresso hängen bereits.

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