Türkei: Gericht ordnet Haftentlassung von Amnesty-Vorsitzenden an

Prozess gegen Mensch 56133500- Türkei Gericht ordnet Haftentlassung von Amnesty Vorsitzenden

Menschenrechtsaktivisten fordern bei einer Demonstration in Istanbul die Freilassung von Taner Kilic, dem Vorsitzenden von Amnesty International.

Fast acht Monaten saß Taner Kilic (Archivbild) aus dubiosen Gründen im Gefängnis, nun kommt der Amnesty-Landeschef frei: Ein Gericht in Istanbul ordnete an, ihn unter Auflagen an zu entlassen.

Das teilte ein Vertreter der Menschenrechtsorganisation mit, der den Prozess als Beobachter verfolgt. Er kritisierte aber auch, dass die lange Untersuchungshaft eine "enorme Ungerechtigkeit" darstelle. Kilic, der in dem Verfahren per Video aus Izmir zugeschaltet war, soll noch im Laufe des Tages das Gefängnis verlassen könnten.

Amnesty werde sich weiter dafür einsetzen, dass die Anklage gegen die insgesamt elf Menschenrechtler fallengelassen wird, sagte Gardner. In dem Verfahren sind neben Kilic unter anderem auch der Deutsche Steudtner angeklagt. Alle bis auf Kilic waren bei einer ersten Anhörung im Oktober freigelassen worden. Steudtner und Gharavi hatten daraufhin die Türkei verlassen.

Den elf Angeklagten wird "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation" beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen. Der Prozess gegen sie wurde auf den 21. Juni vertagt. Sie nehmen an der Fortsetzung des Verfahrens in Istanbul nicht teil. Unter den Angeklagten ist auch die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser. Kiliç bestreitet dies. Seine Anwälte legten am Mittwoch ein drittes Gutachten vor, das zeigen soll, dass er die App nie auf seinem Smartphone gespeichert hatte.

Die Entscheidung zur Freilassung von Kilic wurde in dem überfüllten Gerichtssaal mit Applaus begrüßt.

Steudtner, Gharavi und acht türkische Menschenrechtler waren am 5. Juli bei einem Workshop auf der Insel Büyükada vor der Küste Istanbuls unter Terrorverdacht festgenommen worden. "Die Staatsanwaltschaft ist weiterhin jedwede Beweise schuldig geblieben - nach rechtsstaatlichen Prinzipien hätte heute die Anklage fallen gelassen werden müssen", erklärte Beeko.

Die Inhaftierung Steudtners und weiterer Deutscher in der Türkei hat die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara schwer belastet. Namentlich bekannt ist davon nach der Freilassung von Mesale Tolu im Dezember der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel".

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