Wenn ein Herzinfarkt das Hirn schädigt

Schadet ein Herzinfarkt auch dem Gehirn?

Jedenfalls kann ein Herzinfarkt das Gehirn schädigen.

Forscher haben herausgefunden, dass ein Herzinfarkt nicht nur eine Entzündung am Herzmuskel, sondern auch eine Entzündungsreaktion im Gehirn mit sich bringt.

An der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist in den vergangenen Jahren eine Form der nicht-invasiven molekularen Bildgebung weiterentwickelt worden. Das fanden Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) jetzt heraus.

Ein sonst unkomplizierter Herzinfarkt kann auch das Gehirn beeinträchtigen. Die Erstautoren aus dem Team von Professor Bengel, Dr. James Thackeray und Henri Hupe, haben ihre Studie und deren Ergebnisse im renommierten Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht.

Zur Erklärung: Nach Herzinfarkten kommt es zu einer Entzündung des Herzmuskels.

Ein Herzinfarkt bringt nicht nur eine Entzündung am Herzmuskel, sondern auch eine Entzündungsreaktion im Gehirn (Neuroinflammation) mit sich. Doch auch, wenn der Herzinfarkt vergleichsweise glimpflich verläuft, kann der Körper langfristig Schaden nehmen - und zwar nicht nur am Herzen, wie Forscher nun herausgefunden haben.

► Bisher wurde angenommen, dass die Auswirkungen dieser Reaktion sich auf das Herz beschränken.

Gedächtnisstörungen als Folge? "Diese enge Verbindung zwischen der Entzündung von Herz und Hirn ist neu und wichtig, weil andere Studien gezeigt haben, dass eine Entzündungsreaktion im Gehirn Gedächtnisstörungen und die Entwicklung von Demenz fördern kann", sagt Bengel. Diese Vernetzung zwischen Herz und Gehirn werde wohl über das Immunsystem vermittelt. Andere Organe sind demnach aber nicht betroffen.

Die Auswirkungen von Herzerkrankungen auf die Gehirnfunktion müssen deshalb in Zukunft noch genauer betrachtet und bei der Entwicklung von neuen Behandlungen, die auf eine verbesserte Heilung abzielen, eingeschlossen werden. Kai Wollert aus der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie haben das Projekt unterstützt. Das Problem: Entzündet sich das Herz dabei zu stark, kann eine Herzschwäche die Folge sein. So werde es künftig wahrscheinlich möglich sein, mit entzündungshemmenden Medikamenten die Herzinfarktheilung und gleichzeitig auch die Entzündung im Gehirn günstig zu beeinflussen, schließen die Forscher. "Zudem kann wiederholt gemessen werden, um den Zeitverlauf von Veränderungen am gleichen Organismus zu beschreiben", berichtet Professor Bengel. Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglicht Wissenschaftlern, die genaue Verteilung selbst sehr geringer Mengen von kurzlebigen radioaktiven Substanzen zu messen.

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