4,3 Prozent mehr für Metaller - Einigung im Tarifstreit

Einigung

Es hat lange gedauert, doch jetzt ist bei den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg alles in trockenen Tüchern: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Gewerkschaft IG Metall verständigten sich in Stuttgart darauf, dass die Löhne der Beschäftigten von April an um 4,3 Prozent steigen werden. IG-Metall-Chef Hofmann hatte bemängelt, dass davon nur ein kleiner Teil dauerhaft in die Lohntabellen einfließen sollte und so nicht einmal die Inflation ausgleiche. Die Branche war vergangene Woche Ziel einer dreitägigen Warnstreikwelle der IG Metall, die Bezirksleiter Roman Zitzelsberger mit Blick auf den Tarifkonflikt als Erfolg wertet: "Wir gehen mit viel Rückenwind in diese Verhandlungen". Arbeitnehmer können demnach künftig ab 2019 die Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden verkürzen, die Unternehmen zugleich mehr Beschäftigte als bisher länger als 35 Wochenstunden arbeiten lassen.

Stuttgart/Region Hinter verschlossenen Türen konstruktive Stimmung: Erneut versuchen die Tarifparteien im Südwesten, einen Abschluss für die Metall- und Elektrobranche auszuhandeln. Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen oder beruflichen Belastungen wie Schichtarbeit können außerdem von zusätzlicher Freizeit profitieren, wenn die das neue tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln.

In Verhandlungskreisen hieß es, es gebe grundsätzliche Einigkeit über ein neues Arbeitszeitmodell. Damit würde in Stuttgart faktisch für alle 3,9 Millionen Beschäftigten der deutschen Schlüsselindustrie verhandelt.

Um Druck für ihre Forderungen zu machen, hatte die IG Metall vergangene Woche erstmals zu ganztägigen Streiks aufgerufen. Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen sich um 11 Uhr in der Stuttgarter Liederhalle als Verhandlungslokal treffen.

Die Streiks hätten bei den betroffenen Unternehmen sicherlich zu deutlichen Schäden geführt, sagte Wolf, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Das arbeitgebernahe Institut der Wirtschaft (IW Köln) schätzte die Einbußen am Montag auf 771 bis 895 Mio.

"Es ist die Frage, ob so etwas sinnvoll ist in der momentanen Situation, wo wir doch wirtschaftlich sehr gut aufgestellt sind", sagte Wolf. Man gehe deshalb offen in die Verhandlungen, man brauche eine Lösung. "Früher oder später kommt die ja sowieso".

Weitere Arbeitskämpfe kündigte aber auch der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, an: "Die Arbeitszeit ist für viele Beschäftigte heute ein genauso wichtiges Thema wie der Lohn", sagte Hoffmann dem "Spiegel".

Ob in diesem und den anderen offenen Punkten eine Einigung möglich ist, konnte Wolf vorab nicht sagen. Die entsprechenden Signale habe es seitens der Arbeitgeber gegeben.

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