DOW-FLASH: Index sackt unter 25 000 Punkte - Zinsangst

Nach der dramatischen Talfahrt an der Wall Street in den USA
haben am Dienstag auch die europäischen Börsen zum Handelsstart
deutlich nachgegeben

Börsianer rechnen wegen dieser Entwicklung mit mehreren Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr - und steigende Zinsen sind Gift für die Aktienmärkte. Auch der automatisierte Handel wurde mitverantwortlich gemacht. Deutlicher fielen die Abschlägen in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong aus, wo der Leitindex Hang Seng zum Handelsstart um mehr als 1100 Punkte auf 31 100 Punkte absackte - ein Minus von 3,8 Prozent. Der breit gefasste Topix verlor 73,81 Punkte oder 4,05 Prozent beim Stand von 1749,93 Punkten. So notiert die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen derzeit mit rund 2,8 Prozent so hoch wie zuletzt vor vier Jahren. Der Nikkei-Index in Tokio sackte kurz nach Handelsstart um mehr als fünf Prozent ab. Das ist der größte Kurssturz seit eineinhalb Jahren. "Von einer Panik sind die Anleger nicht weit entfernt", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Es stellt sich nun die Frage, ob dies nur ein temporärer Stimmungswandel ist oder der Start einer größeren Korrektur".

Analyst Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda sprach von einem "Flash Crash" an der Wall Street. "Viele Anleger sind in Panik verfallen". "Das ist eine Flucht aus Aktien". Nur wenige Investoren hätten "freiwillig" verkauft, die meisten seien durch den rasanten Kursverfall regelrecht dazu gezwungen worden. Denn in den USA brummt aus Sicht der Börsenexperten die Wirtschaft, am Arbeitsmarkt läuft es rund, und die Löhne stiegen im Januar so stark wie seit Mitte 2009 nicht mehr. Im Januar wurde der höchsten Stand seit Beginn seiner Erhebung 2008 verzeichnet.

Der Investment-Stratege Jeffrey Kleintop von dem Geldhaus Charles Schwab erklärte dagegen, er habe "nichts Fundamentales" gesehen, was als Auslöser hätte herhalten können. Offenbar hätten ausgeklügelte Programme eigenständig Aktien ver- und Staatsanleihen gekauft, sagte Chefhändler Larry Milstein vom Broker R.W. Pressprich. Es scheine eher ein computergetriebener Handel gewesen zu sein, der das Ungleichgewicht ausgelöst habe.

Der massive Kurseinbruch an der Wall Street zum Wochenauftakt reißt nun auch die asiatischen Börsen nach unten. Auch die Märkte in China und Hongkong reagierten mit Abschlägen. Vorausgegangen war der mit knapp 1600 Zählern bisher größte Tagesverlust des Dow Jones nach Sorgen um eine möglicherweise bevorstehende Zinswende.

Auch der Absturz bei Bitcoin ging weiter. Beim S&P 500 löste sich innerhalb eines Tages eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar in Luft auf. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von fast 3,1 Milliarden Aktien 383 Werte im Plus, 2650 im Minus und 121 unverändert. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 betrug der Kursverlust etwa 1,5 Prozent. Die Fed schreibt Wells Fargo vor, dass die Bilanzsumme erst wieder über das derzeitige Niveau von 1,95 Billionen Dollar steigen darf, wenn sie Unternehmensführung und Kontrollen ausreichend verbessert. Sie hatten eine Rendite von fast drei Prozent.

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