Stellenabbau statt Verkauf: Kaufhof trennt sich von hunderten Mitarbeitern

Köln. Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Kaufhof will bis 2020 rund 400 der rund 1600 Arbeitsplätze in der Kölner Konzernzentrale streichen. "Der Stellenabbau solle aber sozialverträglich durch natürlich Fluktuation, Übergangsregelungen für ältere Mitarbeiter und Abfindungen erfolgen", schreibt die Wirtschaftswoche mit Verweis auf offizielle Mitteilungen weiter.

Der Hintergrund: Der traditionsreiche Kölner Warenhauskonzern steckt in der Krise.

Abfindungsangebote für Ältere, vorzeitiger Ruhestand, Nichtbesetzung freiwerdender Stellen - so will die Unternehmensspitze den Personalabbau managen. Er sei aber unabwendbar, weil in der Hauptverwaltung die Kosten deutlich über dem Wettbewerbsdurchschnitt lägen. Das Unternehmen brauche eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur. Das Unternehmen erhofft sich durch Zugeständnisse der Mitarbeiter eine "finanzielle Atempause".

Neuwald warnte wohl auch deshalb im Gespräch mit der Bild-Zeitung (Donnerstag), sollte Verdi beim Tarifvertrag für die 21.000 Beschäftigten nicht zu Einschnitten bei Lohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereit sein, seien weitere Jobs in Gefahr. Neuwald betonte, bei den Sanierungsbemühungen müsse jeder einen Beitrag leisten: der Eigentümer, die Manager, die Mitarbeiter und auch die Lieferanten in Form von Preisnachlässen.

Wie es scheint, ist Kaufhof nicht an einer Übernahme durch den Karstadt-Eigner Signa interessiert.

Drei Milliarden Euro - so viel Geld soll der Karstadt-Eigentümer Signa (rund um den Unternehmer René Benko) Ende 2017 angeboten haben, um das Traditionshaus Kaufhof zu übernehmen. Der Verwaltungsrat habe das unaufgeforderte Angebot einstimmig verworfen, teilte das kanadische Unternehmen mit. Das Signa-Angebot sei nicht im Interesse der HBC-Aktionäre, befanden die Aufsichtsräte.

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