Salah Abdeslam will nicht mehr am Prozess teilnehmen

Zweiter Tag von Abdeslam-Prozess in Brüssel ohne den Angeklagten

Mary hatte eine Kooperation des 28-Jährigen ursprünglich als Bedingung genannt, um das Mandat zu übernehmen, dann aber seine Ansicht geändert.

Der mutmaßliche islamistische Terrorist Salah Abdeslam wird am Donnerstag nicht in seinem Prozess in Brüssel erscheinen.

"Urteilen Sie über ihn wie über jeden anderen", sagte Mary in seinem Plädoyer. Die Brüsseler Richter dürften sich davon nicht beeinflussen lassen. In dem Fall seien "keine Elemente vorhanden, um Abdeslam für eine terroristische Straftat zu verurteilen". Der zweite Angeklagte, Abdeslams Komplize Sofien Ayari, hatte am Montag zwar geredet, war aber ausgewichen oder hatte auf frühere Aussagen verwiesen.

Der Prozess gegen Abdeslam und einen mutmaßlichen Komplizen wegen eines Feuergefechts mit der Polizei in Brüssel 2016 hat am Montag begonnen. Zu dem Zeitpunkt war Abdeslam der meistgesuchte Mann Europas. Ayari und Abdeslam entkamen. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten versuchten Polizistenmord vor und fordert 20 Jahre Haft.

Allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass es bei dem Schusswechsel auf Seiten der mutmaßlichen Islamisten lediglich zwei Waffen gab: Ayari hielt die eine, Belkaid, der getötete dritte Verdächtige, die andere.

Wegen eines möglichen Verfahrensfehlers plädierte Mary außerdem für die Unzulässigkeit des Prozesses. Abdeslams DNA-Spuren wurden in der Wohnung gefunden, nicht aber an den Waffen. Das stelle das gesamte Verfahren gegen Abdeslam und Ayari in Frage.

Er habe sich selbst gefragt, welchen Sinn das habe, sagte Mary zu Beginn. Am Dienstag ließ er wissen, dass er nicht erneut vor Gericht erscheinen wolle. Abdeslam mache sich über den Rechtsstaat lustig, sagte der Anwalt von zwei Polizisten, die als Nebenkläger auftreten. Sein Anwalt bezeichnete den 28-jährigen Franzosen mit marokkanischen Wurzeln dagegen als "Stoiker", der sein Schicksal akzeptiert habe. Die chaotischen Zustände vom ersten Prozesstag, als Journalisten in Massen den Justizpalast belagerten, blieben am Donnerstag allerdings aus. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er Mitglied der Terrorzelle ist, die neben den Anschlägen in Paris auch für die beiden Anschläge am Brüsseler Flughafen und in der Metro der belgischen Hauptstadt im März 2016 mit 32 Toten verantwortlich gemacht wird. Sein Anwalt Isa Gultaslar sagte am Donnerstag vor Gericht, sein Mandant werde "eingeschüchtert". Der laufende Prozess steht offiziell aber nicht in Verbindung mit den islamistischen Anschlägen.

Die Verhandlungen fanden unter sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Das Urteil wird in mehreren Wochen erwartet.

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