Nach Skandal um Sexpartys: Oxfam kommt nicht aus den Schlagzeilen

Oxfam-Präsient Fuentes mit vermummten Polizisten

Der Präsident des Karibikstaats Haiti, Jovenel Moïse, hatte sich über das Verhalten der Entwicklungshelfer in seinem Land beschwert und warf ihnen sexuelle Übergriffe vor. Insgesamt wurden neun seiner 13 Regierungsmitglieder festgenommen, darunter auch die Minister für Bildung, Verteidigung, Arbeit und Gesundheit.

Schon wieder Negativschlagzeilen für die britische Hilfsorganisation Oxfam: Der Präsident der Hilfsorganisation Oxfam International ist in Guatemala im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal festgenommen worden.

"Wir kennen die formalen Vorwürfe gegen Fuentes Knight noch nicht", sagte Oxfams Exekutivdirektorin Winnie Byanyima laut einer Stellungnahme. "Fuentes Knight hat uns versichert, dass er bei den Ermittlungen stets kooperiert hat und dass er nicht gegen Regeln verstossen hat". Gegen Juan Alberto Fuentes Knight, ehemaliger Finanzminister von Guatemala, wird in seinem Heimatland wegen Korruption ermittelt. Fuentes habe die Organisation darüber unterrichtet, dass gegen ihn wegen einer Haushaltsbuchung der guatemaltekischen Regierung ermittelt wird, als er Finanzminister gewesen sei. Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft und der UN-Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) kam es während Coloms Amtszeit beim Bau des Nahverkehrssystems Transurbano zu Unregelmäßigkeiten.

In der vergangenen Woche hatten britische Medien über Sexorgien mit Prostituierten und Oxfam-Mitarbeitern in Haiti und im Tschad berichtet. Dabei sollen mindestens 35 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 28 Millionen Euro) an öffentlichen Geldern unterschlagen worden sein. Im Südsudan soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen gegeben haben. Die Vizechefin von Oxfam Grossbritannien, Penny Lawrence, trat wegen der Anschuldigungen zurück.

Die Cicig-Kommission der Vereinten Nationen unterstützt das mittelamerikanische Land seit 2007 im Kampf gegen Korruption und das organisierte Verbrechen. Sie war bereits an den Verfahren gegen den früheren Innenminister Carlos Vielman, den Ex-Militär und Unterweltkönig Byron Lima und Ex-Präsident Otto Pérez Molina beteiligt.

Ein Oxfam-Sprecher erklärte zu Minnies Abgang: "Ihre Entscheidung, nicht länger als Oxfam-Botschafter zu agieren, macht uns sehr traurig, doch wir verstehen und respektieren ihre Entscheidung".

Alfonso Portillo, Präsident von 2004 bis 2008, wurde an die USA ausgeliefert, wo er sich 2014 der Verschwörung zur Geldwäsche schuldig bekannt hat. Er wurde zu knapp sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Anmerkung: In der ursprünglichen Version dieser Meldung wurde Juan Alberto Fuentes Knight als "Oxfam-Chef" bezeichnet. In dieser Position habe er keine operative Verantwortung gehabt.

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