Initiative will Schufa-Bewertung offen legen

Schufa in Bedrängnis So soll die geheime Formel entschlüsselt werden

Die NGOs Algorithm Watch und die Open Knowledge Foundation wollen herausfinden, wie die umstrittenen Bewertungen der Schufa zustande kommen. Die Schufa gebe keine "angemessene Auskunft" über die Informationen, die ihr vorliegen.

Wer die Score-Formel gegenüber der Allgemeinheit offenlegen wolle, der leiste Vorschub für Missbrauch und Betrug und führe die Allgemeinheit unter dem Deckmantel der Transparenz in die Irre, hieß es von der Schufa weiter. Die dahinterstehende Methode zur Berechnung wurde 2014 vom Bundesgerichtshof als "schützenswertes Betriebsgeheimnis" eingestuft und bleibt demnach im Verborgenen.

Die Gewichtung der Informationen ist jedoch für den Score entscheidend: Zählt am Ende mehr, ob man seine Rechnungen immer pünktlich bezahlt hat?

Die Initiative will dabei nicht alle Daten aus der Selbstauskunft. Die Schufa hat ihre Algorithmen den Datenschutzbehörden von Bund und Ländern gegenüber offengelegt, die Öffentlichkeit kann jedoch nicht im Detail einsehen, wie die Algorithmen funktionieren. Jeder Bürger darf einmal pro Jahr kostenlos bei Unternehmen wie der Schufa nachfragen, welche Daten über einen gespeichert sind und zu welchem Zweck. Es gibt auch einen Vordruck für Anfragen nach dem Bundesdatenschutzgesetz. Jeder kann für sich eine Auskunft zur eigenen Bonität bei der Schufa einholen. Ab Mai wird OpenSchufa nach eigenen Angaben ein Portal anbieten, auf dem Schufa-Auskünfte hochgeladen werden können. Solche Fehler betreffen potenziell sehr viele Bürger, denn die Auskunfteien sitzen auf einem riesigen Datenschatz.

Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über 800 Millionen Einzeldaten zu 67,2 Millionen natürlichen Personen und zu etwa 5,3 Millionen Unternehmen. Betroffene könnten ihre Daten kaum korrigieren. Ob sie wirklich dafür sorgt, dass die Algorithmen in Ordnung sind, die im Hintergrund laufen und für diesen Score sorgen.

Worum es der Initiative nicht gehe, sei eine völlige Offenlegung des Schufa-Algorithmus. Die Schufa sei intensiv reguliert und gegenüber Behörden und Aufsichten transparent; so lege sie etwa dem hessischen Datenschutzbeauftragten regelmäßig Rechenschaft ab. Die Schufa warnt außerdem ausdrücklich davor, Daten aus Selbstauskünften an Dritte weiterzugeben.

Der parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, Ulrich Kelber (SPD), sagt zur Initiative: "Scoring kann zum Fluch werden, wenn dadurch Diskriminierung entsteht". Er kündigte außerdem an, man werde sich die Ergebnisse der Schufa-Algorithmus-Prüfung "sehr genau ansehen". Die Wirtschaftsauskunftei Arvato Infoscore gehört zum Bertelsmann-Konzern.

Wie genau die Schufa euren Score ermittelt, ist ein Geheimnis. Mit dem Projekt "OpenSchufa" wollen beide Organisationen daher Daten sammeln, um dies herauszufinden. Das Unternehmen bestreitet aber, dass zum Beispiel der Wohnort einen maßgeblichen Einfluss auf den Score-Wert hat. Daneben ist noch der Verein Open Knowledge Foundation Deutschland mit an Bord, das Nachrichtenmagazin Der Spiegel wird als Medienpartner genannt. "Der Etat von AlgorithmWatch stammt aus unterschiedlichen Quellen, was unsere Unabhängigkeit garantiert".

Im Vorfeld der Berichterstattung wurde der Bayerische Rundfunk als Teil der Kampagne OpenSchufa bezeichnet.

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