"Wir brauchen mehr als zehn Gigafactories in Europa" — EU-Kommission

Die EU will Forschung und Entwicklung leistungsfähiger Batterien

Die EU-Kommission hat nun ein Forschungsprogramm auf die Beine gestellt. EU-Energiekommissar Maros Sefcovic möchte dies allerdings ändern und lud daher zum Batteriegipfel nach Brüssel.

Sefcovic betonte die Marktchancen durch die Ausstattung von Elektroautos mit europäischen Batterien.

Davor müsse nach Aussagen von Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig bei einigen Branchenvertretern aber noch ein Umdenken stattfinden. "Wir kaufen bei den besten Lieferanten - und die sitzen heute in Asien", ließ sich der Einkaufschef eines großen deutschen Herstellers zitieren. Bis 2022, so sagen interne Studien der Automobilwirtschaft, werde der Bestand an E-Autos kaum mehr als zwei Prozent betragen. Um bis 2030 einen Marktanteil von 20 Prozent zu erreichen, müsse man 20 Milliarden Euro für Fertigungskapazitäten in die Hand nehmen, hatte Bosch-Chef Volkmar Denner gesagt. Wer glaube, diese Batterien einfach einkaufen zu können, sei blind, oder sogar naiv. Februar will die EU-Kommission eine Strategie vorlegen. Weitere Gelder könnten aus dem Strukturfonds kommen. Die Europäische Investitionsbank versprach, ebenfalls Kredite zur Verfügung zu stellen. Brüssel fürchtet vor allem, dass es zu einer Zersplitterung der Bemühungen kommen könnte, anstatt die Kräfte zu konzentrieren. Volkswagen hat inzwischen angekündigt, rund zehn Millionen Euro in das Projekt Northvolt in Schweden zu investieren, wo der ehemalige Tesla-Manager Peter Carlsson eine Demonstrationsanlage errichten will. Noch ist aber völlig unklar, ob der Konzern in die Massenproduktion einsteigen wird - und ob dann auch die Batteriezellen selbst hergestellt werden sollen. Aber nur für Lkw - und das reicht nicht. "Wir brauchen einen großen Aufschlag", hieß es gestern in Brüssel. Daimler wiederum hat im sächsischen Kamenz eine Batteriefabrik aufgebaut, verarbeitet dort aber lediglich die in Asien eingekaufte Batteriezellen.

Sefkovic sagte, die Kommission wolle dafür sorgen, dass die Mitgliedstaaten den Batteriesektor in einem gewissen Umfang unterstützen dürften. "Schon bei der Planung sollen die nachhaltige Umgang mit Rohstoffen ebenso berücksichtigt werden wie die Wiederverwertung". "Neu gemischt werden die Karten erst bei den Folgetechnologien wie der Festkörperzelle, an der wir auch forschen", betonte Bosch-Geschäftsführer Rolf Bulkander im Januar in einem Interview. Längst ist in den Brüsseler Expertenkreisen von einem "Batterie-Airbus" die Rede. Das Bild soll beschreiben, wie eine europäische Batterie-Allianz den heutigen Weltmarktführern Paroli bieten kann. In der kommenden Woche soll der Startschuss für den Bau einer eigenen Fertigung gegeben werden.

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