2,6 Millionen Babys sterben im ersten Lebensmonat — UNICEF

Unterernährtes Kind

"Sie könnten vermieden werden, wenn die Frauen bei der Geburt durch gut ausgebildete Hebammen betreut werden und bewährte Maßnahmen wie sauberes Wasser, Desinfektionsmittel, Stillen und Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt sowie gute Ernährung angewendet werden", mahnte Unicef. Die schlechtesten Überlebenschancen haben Babys in Pakistan, der Zentralafrikanischen Republik und Afghanistan, wie ein am Dienstag in New York veröffentlichter Unicef-Bericht herausstellt. "Jedes Jahr überleben 2,6 Millionen Babys auf der Welt nicht einmal ihren ersten Monat", erklärte Unicef-Leiterin Henriette Fore am Dienstag bei der Vorstellung eines neuen Unicef-Berichts. In Pakistan stirbt demnach statistisch gesehen eins von 22 Neugeborenen in seinem ersten Lebensmonat, in der Zentralafrikanischen Republik eins von 24 und in Afghanistan eins von 25.

In dem Bericht wirft das Kinderhilfswerk der Weltgemeinschaft Versagen beim Schutz von Neugeborenen vor. Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von Neugeborenen in Entwicklungsländern liegt bei 27 von 1000 Lebendgeburten im Vergleich zu drei von 1000 Geburten in Industrieländern.

Besonders hart trifft es Babys in Afrika südlich der Sahara. Deutschland steht auf dem zwölften Platz.

"Wenn man bedenkt, dass die Mehrzahl dieser Fälle vermeidbar wäre, ist es ganz klar: Die Welt versagt beim Schutz der ärmsten Babys", macht Fore deutlich. Die besten Überlebenschancen haben nach der UNICEF-Studie Neugeborene in Japan, Island und Singapur. Mehr als 80 Prozent der Todesfälle sind nach Angaben von Unicef eine Folge von Frühgeburten, Komplikationen bei der Geburt oder Infektionen wie Lungenentzündung oder Sepsis. Zudem sei es unbedingt notwendig, dass Mütter und Kinder Zugang zu ausreichend Medikamenten hätten. Während es gelungen sei, die Sterblichkeit von Kindern im letzten Vierteljahrhundert zu halbieren, habe es bei der Senkung der Sterblichkeit von Neugeborenen nicht die gleichen Fortschritte gegeben, sagte die Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Frauen müssten gestärkt werden, um eine Gesundheitsversorgung einzufordern.

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