AfD-Politiker fordert Ende der Aktion

Die Stolpersteine des Kölner Künstler Gunter Demnig erinnern an Opfer der NS-Zeit

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich gegen die Forderung eines AfD-Politikers für ein Ende der Stolperstein-Aktionen zum Gedenken an Holocaust-Opfer gestellt. Überlebende des NS-Terrors werteten Jargon und Inhalte von "schäbigen Botschaften" wie der von Gedeon als persönliche Angriffe. Sie seien ein Versuch, die Überlebenden und ihre Erinnerungen aus der Gesellschaft herauszudrängen.

Der Landtagsabgeordnete, der Verfasser antisemitischer Schriften ist, fordert in einem Appell an den Oberbürgermeister von Singen ein Ende von Stolperstein-Aktionen. Damit würden die Initiatoren ihren Mitmenschen "eine bestimmte Erinnerungs-Kultur aufzwingen und ihnen vorschreiben, wie sie wann wessen zu gedenken hätten". "Wer gibt diesen oft sehr penetranten Moralisten das Recht dazu?", hieß es dort weiter.

Im Juni 2016 hatte BILD antisemitische Äußerungen von Wolfgang Gedeon in seinem Buch "Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten" öffentlich gemacht.

Weil auch dem im KZ ermordeten Kommunisten Thälmann gedacht werden soll, würde laut Gedeon dazu beigetragen "die Bundesrepublik in eine neue Groß-DDR zu verwandeln".

Maas erklärte, die Stolpersteine lehrten "uns, die Opfer des Nationalsozialismus niemals zu vergessen". Maas erklärte weiter: "Jeder Form von Antisemitismus müssen wir uns entschlossen entgegenstellen". Es sei ein unverdientes Geschenk, dass es in Deutschland wieder jüdisches Leben gebe.

Das Projekt Stolpersteine ist eine Aktion des Kölner Künstlers Gunther Demnig, mit der an Menschen erinnert wird, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Mehr als 60.000 der Messing-Plaketten gibt es inzwischen - verlegt in mehr als 20 europäischen Ländern. Die Steine werden vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort der Deportierten verlegt.

Gedeon gilt auch bei einigen Politikern seiner eigenen Partei als Antisemit. Ein Landesschiedsgericht der AfD hatte ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn im Dezember aus Mangel an Beweisen eingestellt.

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