Aktivisten: 45 Tote bei neuen Angriffen auf syrische Rebellenhochburg Ost-Ghuta

Aktivisten: 45 Tote bei neuen Angriffen auf syrische Rebellenhochburg Ost-Ghuta

Regierungsnahe syrische Medien berichteten, die Angriffe kämen in Vorbereitung einer Bodenoffensive auf Ost-Ghuta.

Die im Exil ansässige syrische Opposition warf den Regierungstruppen einen "Vernichtungskrieg" auf Ost-Ghuta vor und kritisierte das "internationale Schweigen" angesichts der "Verbrechen" der Führung von Machthaber Baschar al-Assad.

Bei heftigen Angriffen auf das syrische Rebellengebiet Ost-Ghouta nahe Damaskus sind am Montag Aktivisten zufolge mindestens 100 Zivilisten getötet worden.

Laut des Zivilschutzes seien bei dem Luftangriff in der Ortschaft Misraba ein Kind und vier Zivilisten ums Leben gekommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien erklärte, unter den mindestens 77 Toten seien auch 20 Kinder.

Ost-Ghuta, die letzte Rebellenhochburg in der Nähe von Damaskus, wird überwiegend von zwei Islamistengruppen kontrolliert. Dominiert werden sie von islamistischen Milizen, darunter der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die Region ist seit Monaten von Regierungstruppen eingeschlossen. Rund 400 000 Menschen sind dort wegen der Blockade fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage. Es fehlt an Nahrung und medizinischer Versorgung.

"Unsere Krankenhäuser sind überfüllt mit Verwundeten, uns gehen Anästhetika und andere wichtige Medikamente aus", sagte ein Arzt, der nur seinen Vornamen Mohammed nennen wollte, der Nachrichtenagentur dpa. 2013 erlebte die Region einen verheerenden Angriff mit Saringas, bei dem Hunderte Menschen starben.

Steht eine Offensive auf Ost-Ghuta bevor?

Stattdessen eskalierte die Gewalt in den vergangenen Wochen immer wieder. Keine der beiden Seiten konnte jedoch entscheidende Geländegewinne erzielen. Alle Versuche, eine Waffenruhe für das schwer umkämpfte Gebiet zu erreichen, waren gescheitert. Bei Gegenangriffen der Rebellen auf Damaskus habe es durch Mörsergranaten-Beschuss rund 20 Tote gegeben.

Die Uno und die EU forderten ein sofortiges Ende der Luftangriffe. "Die humanitäre Lage der Zivilisten in Ost-Ghuta ist völlig ausser Kontrolle", erklärte der Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Panos Mumtsis. "Es ist zwingend erforderlich, dieses sinnlose menschliche Leiden zu beenden". Auch die EU appellierte an die Konfliktparteien, alles Nötige für den Schutz des syrischen Volkes unter Berücksichtigung des humanitären Völkerrechts zu tun. Für humanitäre Hilfe müsse es dringend Zugang geben.

Legende: Ost-Ghuta liegt östlich von Damaskus, das Gebiet hat einen Durchmesser von rund 15 km.

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