Bilfinger verlangt Schadenersatz von Ex-Vorständen

Bilfinger fordert Schadenersatz von Ex-Vorständen- Angebliche Pflichtverletzungen

In der angegebenen Zeitspanne war jedoch der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch knapp vier Jahre lang Vorstandschef von Bilfinger. Der mittlerweile wieder als Rechtsanwalt tätige Koch habe mit Befremden auf das Vorgehen gegen Generationen von Bilfinger-Vorständen reagiert, erklärte sein Sprecher Dirk Metz. "Koch ist sich keinerlei Schuld bewusst und verweist darauf, dass das Unternehmen über dreieinhalb Jahre hinweg keinen einzigen konkreten Vorwurf erhoben habe."#. Außerdem sei noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, gegen welche Ex-Vorstände der SDax-Konzern in welcher Höhe Ansprüche geltend machen werde.

Namen der verantwortlich gemachten Manager nannte Bilfinger nicht. "Der Verdacht liegt nahe, dass die kein System hatten und sehenden Auges in die Probleme reingegangen sind", zitiert dpa aus Unternehmenskreisen. Auch was den Managern im Einzelnen vorgeworfen wird, teilte das Unternehmen noch nicht mit. Compliance bezeichnet Richtlinien für eine saubere Unternehmensführung. Als M&A (Mergers & Acquisitions) werden Fusionen und Zukäufe zusammengefasst.

Den verursachten Schaden bezifferte Bilfinger nach vorläufigen Berechnungen auf einen "niedrigen dreistelligen" Millionenbetrag.

Der amtierende Vorstand um Konzernchef Tom Blades will zudem nun untersuchen lassen, ob auch Aufsichtsratsmitglieder ihre Pflichten verletzt haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um rund 100 Millionen Euro. Wie die Nachrichtenagentur erfuhr, will das Unternehmen die früheren Mitarbeiter zunächst außergerichtlich informieren und zur Zahlung auffordern.

Koch kehrte nach der gescheiterten Karriere als Manager zu seinem früheren Job als Rechtsanwalt zurück.

Bilfinger steht seit 2014 unter Aufsicht des US-Justizministeriums.

Dem Unternehmen Bilfinger - früher Bilfinger Berger - wurde zuletzt vorgeworfen, im Zusammenhang mit Aufträgen im Ausland in Korruption verwickelt zu sein. Dazu kamen weitere Altfälle ans Licht, sodass die US-Aufsicht 2016 um zwei Jahre verlängert wurde. Auf ihn folgte als Interimschef sein Vorgänger Bodner. Bilfinger, das die entsprechende Gesellschaft erst später übernommen hatte, entschied sich im Frühjahr 2016 für eine Rückabwicklung des Kaufs von Mauell.

Der Traditionskonzern, der sich vom Baugeschäft immer stärker auf Ingenieurdienste für Energiekonzerne und Industrie konzentrierte, war durch den Atomausstieg ins Schleudern gekommen.

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