Mord in Kandel: Verdächtiger im Fall Mia unter 21 Jahre alt

Gedenkaktion in Kandel

Ende Dezember erstach ein junger Afghane mutmaßlich die 15-jährige Mia im pfälzischen Kandel. Das gab die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag bekannt.

► Das medizinische Gutachten hat ergeben: Der mutmaßliche Täter Abdul D. ist unter 21. Der aus Afghanistan stammende Flüchtling ist laut einem Gutachten wahrscheinlich etwa 20 Jahre alt. Demzufolge ist er ungefähr 20 Jahre alt. Bei der Untersuchung seien auch Röntgenaufnahmen von Hand, Gebiss und Schlüsselbeinen angefertigt worden. Beim Täter handelt es sich somit um einen Heranwachsenden und strafrechtlich gesehen nicht um einen Erwachsenen. Bei einer Verurteilung entscheidet der Richter, ob der mutmaßliche Täter nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird.

Er war mehrere Monate mit der 15-Jährigen zusammen, bis diese Anfang Dezember die Beziehung beendete und ihn Mitte Dezember anzeigte - wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte.

Denn der mutmaßliche Täter war offiziellen Angaben zufolge bei der Tat erst 15 Jahre alt - der Vater des Opfers hatte das jedoch bezweifelt.

Bislang lautete der Tatvorwurf auf Totschlag. Bei Mord in besonders schweren Fällen und nur bei Heranwachsenden (nicht bei Jugendlichen) können es auch maximal 15 Jahre Haft sein. Das Messer hatte der Jugendliche nach bisherigen Ermittlungen in den Markt mitgebracht.

Die Tat hatte eine Diskussion ausgelöst, ob jüngere Geflüchtete standardmäßig auf ihr Alter hin untersucht werden sollten. Hier steht Erziehung und Resozialisierung im Vordergrund, nicht die Bestrafung. Bei Mord liegt hier die Höchststrafe bei zehn Jahren. Bei Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren kann aus zwei Gründen Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen: Wenn es um eine Jugendverfehlung geht oder eine Reifeverzögerung vorliegt. Ob eine Reifeverzögerung vorliegt, muss das Gericht im Einzelfall beurteilen.

► Klar ist in jedem Fall: Aufgrund des Gutachtens gilt Abdul D. "In solchen Fällen ist es üblich, dass ein großer Teil der Haftstrafe in Deutschland vollstreckt wird und sodann die Abschiebung noch aus der Haft heraus erfolgt". Sein Asylantrag wurde nach Angaben der Ermittler im Februar 2017 abgelehnt. Bei seiner Einreise hatte er keine Ausweispapiere dabei, er selbst gab an, im Januar 2002 geboren worden zu sein. Der Tatverdächtige war nach seiner Registrierung in Frankfurt ins pfälzische Germersheim gebracht worden und lebte dort zunächst in einer Jugendhilfeeinrichtung.

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