Bilfinger will Schadenersatz von Ex-Vorständen

Bilfinger gab am Dienstag in Mannheim bekannt, dass der Aufsichtsrat beschlossen habe, Schadensersatz von allen Vorstandsmitgliedern zu verlangen, die zwischen 2006 und 2015 amtierten. Ihnen würden Pflichtverletzungen vorgeworfen, wie es in einer Pflichtmitteilung an die Börse heißt.

Den Managern werde vorgeworfen, das Compliance-Managementsystem nicht ordnungsgemäß eingeführt zu haben. Der CDU-Politiker sei sich keinerlei Schuld bewusst, sagte sein Sprecher.

"In welcher genauen Höhe Schadenersatzansprüche bestehen und inwieweit diese tatsächlich durchgesetzt werden können, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest", hieß es in der Bilfinger-Mitteilung weiter. Das Unternehmen habe über dreieinhalb Jahre hinweg keinen einzigen konkreten Vorwurf erhoben. Von Bodner lag zunächst keine Stellungnahme vor. Außerdem sei noch keine Entscheidung darüber getroffen worden, gegen welche Ex-Vorstände der SDax-Konzern in welcher Höhe Ansprüche geltend machen werde.

Der Schaden beläuft sich laut Bilfinger auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um rund 100 Millionen Euro.

Der amtierende Vorstand um Konzernchef Tom Blades will zudem nun untersuchen lassen, ob auch Aufsichtsratsmitglieder ihre Pflichten verletzt haben.

Bei Bilfinger waren in den vergangenen Jahren immer wieder Korruptionsaffären ans Licht gekommen. 2014 verkaufte Bilfinger sein traditionsreiches Baugeschäft an ein Schweizer Unternehmen. Das Unternehmen musste 2013 eine Strafe von 32 Millionen US-Dollar zahlen und eine Überwachung seines Compliance-Systems hinnehmen, das solche Fälle verhindern soll. Koch war von 2011 bis 2014 Chef bei Bilfinger.

Bilfinger war schon unter Bodner, der das Unternehmen von 1999 bis 2011 und nach Roland Kochs Scheitern noch einmal von 2014 bis 2015 führte, in mehrere internationale Korruptionsfälle verwickelt, unter anderem bei einem Pipeline-Projekt in Nigeria. Er begründete dies auch mit Differenzen mit dem Aufsichtsrat. Zum Beispiel soll rund um die Fußball-WM in Brasilien Schmiergeld gezahlt worden sein.

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