Gefängnisarbeit? C&A und H&M in Erklärungsnot

Lassen H&M und C&A ihre Kleidung von chinesischen Gefangenen produzieren

Der Sprecher betonte, die Textilkette fahre eine Null-Toleranz-Politik bei jeder Form der modernen Sklaverei, einschließlich Zwangs- oder Gefängnisarbeit. Bei der Produktion dort sei er unter anderem auf die Namen dieser beiden bekannten Modehändler C&A und H&M gestoßen, sagt Humphrey. Humphrey hatte sich in China als Privatdetektiv verdingt und war von dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) beauftragt worden herauszufinden, wer Korruptionsvorwürfe gegen den Konzern in China erhoben hatte. "Wenn wir einen Fall feststellen, beenden wir unsere Beziehung mit dem Lieferanten sofort". Er wurde 2015 aus gesundheitlichen Gründen gemeinsam mit seiner Frau aus der Haft entlassen und kehrte nach Großbritannien zurück. Bislang sei aber noch unklar, ob sie wahr seien.

Auch H&M teilte mit, es sei "komplett inakzeptabel", Herstellung in Gefängnisse zu verlegen. Beim Technologiekonzern 3M war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. "Wir kennen die Behauptungen und nehmen sie sehr ernst".

Menschenrechtsorganisationen in China zufolge gibt es weder Beweise noch Gegenbeweise, dass Zwangsarbeit in chinesischen Gefängnissen weiterhin existiert. Weil die Arbeitsbedingungen der Gefangenen aber schwierig zu überprüfen sind und in vielen Fällen Zwangsarbeit nicht ausgeschlossen werden kann, verzichten die meisten Firmen darauf, Aufträge an Strafanstalten zu vergeben. Die aktuellen Vorwürfe zeigen, dass die vorhandene Transparenz noch nicht ausreiche.

Im "Mode-Transparenz-Index" der nach dem Rana-Plaza Unglück in einer Textilfabrik Bangladesch entstandenen weltweiten Initiative "Fashion Revolution" rangiert H&M unter den 100 überprüften globalen Mode-Marken und -Händler auf Rang drei, C&A auf Platz 18.

Related:

Comments

Latest news

EGX Berlin - Gaming-Event kommt 2018 nach Deutschland
Die EGX Berlin wird das gleiche sorgfältig kuratierte Erlebnis bieten wie die erfolgreichen Veranstaltungen in Großbritannien. Das Event wird außerdem von anderen internationalen Webseiten und Videokanälen des Gamer-Network-Portfolios unterstützt.

Gold für Deutschland im Zweierbob
Friedrich war nach zwei nicht ganz fehlerfreien Läufen am Sonntag nur als Fünfter in die zweite Hälfte des Wettbewerbs gestartet. In den letzten beiden Durchgängen entwickelte sich der von Friedrich angekündigte "Krimi".

ProSiebenSat.1 holt neuen Chef vom Hausgeräte-Hersteller Dyson
Vor seiner Dyson-Zeit arbeitete Conze 17 Jahre für Procter & Gamble in unterschiedlichen Management- und Marketingpositionen. Mit Innovationsstärke und Marketingverständnis werde er ProSiebenSat.1 "zu neuen Erfolgen führen".

EU-Kommission verurteilt Bosch und
Im Falle des Kartells für hydraulische Bremssysteme ging TRW straffrei aus, da das Unternehmen das Kartell angezeigt hatte. Die deutschen Autozulieferer Bosch und Continental sollen wegen Bildung illegaler Kartelle Millionenstrafen zahlen.

Public Viewing und Schweinepest beschäftigen das Kabinett
Mit dem Kabinettsbeschluss können Gaststättenbetreiber und Eventveranstalter nun zumindest etwas besser planen. Der Bundesrat muss dieser Ausnahmeregelung noch zustimmen, was allerdings als sicher gilt.

Other news