Antidepressiva: Bessere Wirkung als Placebo

In Österreich ist sogar jeder Zehnte davon betroffen. Schwere depressive Störungen gehören zu den häufigsten, belastendsten und kostspieligsten psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen weltweit. Antidepressiva werden allerdings häufiger eingesetzt als etwa Verhaltenstherapien. Demnach sind die meisten Antidepressiva außerdem gut verträglich.

Klaus Lieb, Direktor der Uni-Klinik für Psychiatrie in Mainz, lobt die Studie, weil sie zeige, dass im Grunde alle in Deutschland zugelassenen Antidepressiva wirksam seien. Insgesamt wurden die Daten von 522 klinischen Studien zusammengetragen und analysiert.

Das hat eine umfangreiche Meta-Analyse ergeben, die heute im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurde. Behandelt werden Depressionen sowohl medikamentös als auch mit Psychotherapie.

Die Wissenschafter stellten fest, dass alle 21 Antidepressiva besser wirken als Placebo. Er weist aber auch darauf hin, dass ein Medikament individuell ausgewählt werden müsse, je nach persönlicher Wirksamkeit und Verträglichkeit. So wirken einige Arzneien besser, während sie gleichzeitig seltener wegen unerwünschter Nebenwirkungen von den Patienten abgesetzt werden.

"Die Studie zeigt auch, dass es Unterschiede in der Stärke der Wirksamkeit gibt, wobei eines der ältesten Antidepressiva namens Amitriptylin - wie auch schon in früheren Studien gezeigt - den stärksten Effekt hatte". Neuentwicklungen sind also nicht automatisch die besseren Medikamente, wie die Forscher betonen. Ihre Ergebnisse sollen Ärzten bessere Behandlungsentscheide ermöglichen.

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