Fall Dieter Wedel Das ergaben die internen Untersuchungen des NDR

Dieter Wedel werden schwere Übergriffe vorgeworfen

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat bislang keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch den Regisseur Dieter Wedel bei Produktionen in seinem Auftrag entdeckt. Bisher seien keine Belege für mögliche sexuelle Übergriffe oder strafbare Handlungen des Regisseurs gefunden worden, teilte der Sender am Freitag in Hamburg mit.

Nach Aufkommen der Vorwürfe hatte Intendant Lutz Marmor eine Prüfung aller NDR-Produktionen veranlasst, bei denen Wedel Regie führte oder als Autor tätig war. Die Koordination liegt bei Thomas Schreiber, Programmbereichsleiter Fiktion und Unterhaltung.

NDR-Intendant Lutz Marmor betont in einer Stellungnahme, der NDR stehe "für eine Kultur der Fairness, der offenen Kritik und der gegenseitigen Wertschätzung". Im Rahmen der Untersuchung sind in den Archiven noch vorhandene Unterlagen zu NDR Eigen- und Auftragsproduktionen geprüft worden, an deren Entstehung Dieter Wedel mitwirkte. Als Auftragsproduktion entstanden 47 Filme, 22 waren Eigenproduktionen des NDR. Sexismus und sexuelle Gewalt dulden man weder im Sender noch bei den beauftragten Produktionsfirmen. "Eventuell Betroffene können sich vertrauensvoll und, wenn gewünscht, unter Wahrung ihrer Anonymität an den NDR wenden". Die Bandbreite der Arbeiten reicht von 25-minütigen Folgen für verschiedene Vorabendserien über mehrteilige Fernsehfilme wie "Einmal im Leben" bis hin zu Einzelfolgen der Reihe "Schwarz-Rot-Gold".

Neben der Sichtung der Akten wurden auch persönliche Gespräche mit Leuten geführt, die an diversen Produktionen mit Wedel beteiligt waren. Eine wichtige Quelle der Überprüfung war das Redaktionsarchiv. Das Redaktionsarchiv enthalte noch Unterlagen zu insgesamt 16 Produktionen. Auch die Revisionsabteilung sei in keinem Fall mit Wedel-Produktionen befasst gewesen. Alle anderen Akten seien im Einklang mit den gesetzlichen Fristen nicht mehr vorhanden. Die Unterlagen befänden sich in einem externen Aktenlager und seien angefordert worden.

Ob sich daraus gegebenenfalls weitere Erkenntnisse ableiten lassen, bleibt abzuwarten.

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