Fall Dieter Wedel: NDR legt Untersuchungsergebnisse vor

Dieter Wedel

Der Norddeutsche Rundfunk hat tief gekramt, aber vorerst keine belastendes Material in der Causa Dieter Wedel (76) gefunden. Jetzt erklärte der NDR, der die Serie damals produzierte, dass im Zuge interner Untersuchung "keine sexuellen Übergriffe" bei "zwischen 1969 und 1991 realisierten Produktionen belegt werden" konnten.

Nach den Vorwürfen gegen Dieter Wedel hatte der Intendant des NDR eine Prüfung aller Fernsehproduktionen veranlasst, bei denen der 75-Jährige Regie führte oder als Autor tätig war.

NDR-Intendant Lutz Marmor betont in einer Stellungnahme, der NDR stehe "für eine Kultur der Fairness, der offenen Kritik und der gegenseitigen Wertschätzung".

Im Rahmen der Untersuchung sind den Angaben zufolge in den Archiven noch vorhandene Unterlagen zu Eigen- und Auftragsproduktionen geprüft worden, an deren Entstehung Dieter Wedel mitwirkte. Sexismus und sexuelle Gewalt dulden wir weder im NDR noch bei den von uns beauftragten Produktionsfirmen.

Die älteste Produktion stammt demnach aus dem Jahr 1969, die jüngste sei 1991 entstanden. Die Bandbreite der Arbeiten reicht von 25-minütigen Folgen für verschiedene Vorabendserien über mehrteilige Fernsehfilme wie "Einmal im Leben" bis hin zu Einzelfolgen der Reihe "Schwarz-Rot-Gold". Außerdem habe es auch Gespräche mit Produktionsbeteiligten gegeben.

Hauptquelle der Überprüfung war das Redaktionsarchiv.

Ganz abgeschlossen seien die Untersuchungen des NDR im Fall Wedel allerdings noch nicht, so der Sender: "Zusätzlich werden noch Honorarabrechnungen freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichtet, die bei Produktionen mit Wedel beschäftigt waren".

Sonstige Aktenbestände bei den Produktionsleitungen und externen Produktionsfirmen seien "im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften zu Aufbewahrungsfristen für Schriftgut" nicht mehr vorhanden, ergänzte der Sender. Die Unterlagen befänden sich in einem externen Aktenlager und seien angefordert worden. Bislang ist offen, ob sich daraus gegebenenfalls weitere Erkenntnisse ableiten lassen.

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