Tag der Reformation ist neuer Feiertag in Hamburg

Eine Nahaufnahme von Michael Fürst dem Vorsitzenden des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen

Der Reformationstag war bislang in den östlichen Bundesländern, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet gesetzlicher Feiertag. Einen religiösen, einen nicht religiösen?

Hauptgrund für die Initiative ist das Ungleichgewicht bei der Anzahl der Feiertage zwischen Nord- und Süddeutschland. Zu sehr stand die Entscheidung im Vorfeld bereits fest. Obwohl mehrere Vorschläge für nicht-religiöse Feiertage vorlagen, fokussierte sich die Diskussion schnell darauf, den 31. Oktober zum Feiertag zu machen.

Schleswig-Holstein und Bremen haben bereits "Ja" gesagt, in Mecklenburg-Vorpommern ist er schon lange Tradition - und auch die Parlamente in Hamburg und Niedersachsen wollen nachziehen: Der Reformationstag soll im ganzen Norden ein dauerhafter gesetzlicher Feiertag werden.

Die vier norddeutschen Bundesländer streben gemeinsam die Einführung eines zusätzlichen Feiertags an, um das Gefälle zu den anderen Ländern zu reduzieren. Dass sich die Bürgerschaft mehrheitlich für den Reformationstag aussprach, überraschte deshalb nicht, weil die CDU-Fraktion gemeinsam mit Abgeordneten der SPD und der Grünen einen Gruppenantrag in das Landesparlament einbrachte. In der Bremischen Bürgerschaft fand vergangene Woche eine Art Probeabstimmung statt, in der 57 Abgeordnete in erster Lesung für den Pro-Reformationstag-Antrag der oppositionellen CDU stimmten. Abgesehen davon, dass die Reformation die Hansestadt geprägt habe, hätten sich die Hamburger einen zusätzlichen Feiertag verdient.

"Es soll kein Luther-Gedenktag werden", sagte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel in der Debatte. Vielmehr handele es sich um einen interreligiösen Feiertag.

Neun Abgeordnete stimmten übrigens mit Nein, sprachen sich also für keinen der Vorschläge aus. Darunter die FDP-Fraktionsvorsitzende Anna von Treuenfels-Frowein: "Ein zusätzlicher Feiertag schadet nicht nur der Wirtschaft, sondern bietet auch den Menschen keine Entscheidungsfreiheit". Viele Berufsgruppen müssten ohnehin arbeiten. Treuenfels-Frowein weiter: "Ebenso unnötig ist auch die heutige angeblich ‚ergebnisoffene' Parlamentsdebatte".

"So schön könnte es doch immer sein" - das dachten sich am Reformationstag 2017 Vertreter der Evangelischen Kirche und der Politik: Der Tag war als einmaliger gesetzlicher Feiertag vorgesehen - und die Gotteshäuser waren voll: in Braunschweig und Bad Oldesloe genauso wie in Hamburg und in der Rostocker Marienkirche.

Aus der Flut an Redebeiträgen ragte die Linke-Abgeordnete Christiane Schneider heraus. Auch wenn ein Großteil der Deutschen diesen Tag als Niederlage empfunden habe, sei er für die Überlebenden in den KZs und die Verfolgten des NS-Regimes ein Tag der Befreiung gewesen.

Auch Schleswig-Holstein hat schon den Reformationstag als neuen Feiertag festgeschrieben. Die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Bremen wollen folgen.

Die evangelische Nordkirche begrüßte die Entscheidung. "Wenngleich ich mir eine breitere politische und gesellschaftliche Debatte gewünscht hätte, sehe ich nun mit Interesse, wie die Bürgerschaft diesen Tag künftig gestalten möchte".

An jedem 31. Oktober wird es freien Eintritt in die öffentlichen Museen geben, damit sich die Hamburger mit Stadtgeschichte, Kunst und Kultur auseinandersetzen können.

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