Carles Puigdemont verzichtet auf Amt des Regionalpräsidenten in Katalonien

Carles Puigdemont, der Ex Regierungschef von Katalonien spricht mit Journalisten im belgischen Exil

Der Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter, Carles Puigdemont, verzichtet auf das Amt des Regionalpräsidenten.

Unmittelbar nach seiner Amtsenthebung hatte sich Puigdemont nach Brüssel abgesetzt, um der spanischen Justiz zu entkommen. "Ich werde nicht für das Amt des Regionalpräsidenten kandidieren", sagte Puigdemont am Donnerstagabend in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Videobotschaft.

Nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum sowie einem Beschluss zur Abspaltung von Spanien war Puigdemont Ende Oktober 2017 von der Zentralregierung in Madrid als Regionalpräsident abgesetzt worden. Ein zunächst ausgestellter europäischer Haftbefehl war später wieder zurückgenommen worden.

Das Regionalparlament in Barcelona hatte sich heute in der ersten Plenumssitzung seit der Neuwahl im Dezember noch nicht auf die Bildung einer Regierung geeinigt. Es wird davon ausgegangen, dass diese Solidaritätserklärung des Parlaments es Puigdemont erleichtert hat, ohne Gesichtsverlust auf eine Kandidatur zu verzichten.

Bisher konnten sich die drei separatistischen Parteien nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen.

Aus spanischen Regierungskreisen in Madrid verlautete, Katalonien brauche "so bald wie möglich" einen Regionalpräsidenten.

Unabhängigkeitsbefürworter im Parlament von Barcelona brachten jetzt den 53-jährigen Jordi Sànchez, Chef der Katalanischen Nationalversammlung (ANC), als neuen Präsidenten ins Gespräch. Vor der Ankündigung Puigdemonts hatte Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy am Donnerstagmorgen gesagt, die Wahl eines Kandidaten mit "Justizproblemen" sei "ein grosser Fehler".

Ein Vorschlag aus dem Unabhängigkeitslager sieht daher vor, Puigdemont solle die Rolle eines "symbolischen" Präsidenten übernehmen, die Regierungsgeschäfte solle dagegen ein "exekutiver" Präsident führen. Er sitzt derzeit allerdings wegen seiner Unabhängigkeitsbestrebungen in spanischer Untersuchungshaft. Er twitterte, dass "die Radikalität mancher Leute in Katalonien" der Wirtschaft der Region und dem Wohlergehen der dortigen Familien schade.

Related:

Comments

Latest news

PSA-Konzern sieht erste Erfolge bei Opel-Sanierung
Für das komplette Vorjahr 2016 hatte der damalige Eigentümer GM einen Verlust von umgerechnet 241 Millionen Euro ausgewiesen. Der PSA-Konzern verdiente 2017 insgesamt operativ knapp vier Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Frau nach Sturz in eiskalten Fluss bei Paderborn gestorben
Am Mittwochnachmittag lag die 44-jährige Hundehalterin leblos in der eiskalten Alme. Die Polizei geht von einem Unfall aus, wie das "Westfalen-Blatt" berichtete.

Seit 20 Jahren untergetaucht: Landeskriminalamt sucht Fünffachmörder Norman Franz
Am Mittwochabend wollte sich zudem die Sendung "Aktenzeichen XY.ungelöst" mit dem Fall befassen, der Kriminalgeschichte schrieb. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes NRW sagte am Donnerstag auf Anfrage, es habe rund 30 Hinweise nach der Sendung gegeben.

Letzte Anteile verkauft: Stefan Raab steigt bei "TV Total"-Produktionsfirma aus"
Damit hat Banijay die meisten Anteile an dem Unternehmen. Über den Kaufpreis wurden wenig überraschend keine Angaben gemacht. Banijay übernimmt die übrigen Teile von Raab, sodass der französische Konzern nun 62,5 Prozent an der Produktionsfirma hält.

"Red Sparrow": Jennifer Lawrence als russische Femme fatale
Der Spagat zwischen verführerischem Spatz und manipulativer Spionin gelingt ihr mit Bravour. Die Ausbildung ist hart und führt sie körperlich wie seelisch an ihre Grenzen.

Other news