Geht es ohne England zur WM?

Geht es ohne England zur WM?

In einem britischen Krankenhaus ringen der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter mit dem Tod. Nach Polizeiangaben wurden sie wegen "mutmaßlichen Kontakts mit einer unbekannten Substanz behandelt".

Nun hat der britische Außenminister Boris Johnson eine "angemessene und robuste Reaktion" angekündigt, sollte sich der Verdacht auf eine Rolle Moskaus in der mysteriösen Erkrankung des Ex-Spions in England erhärten.

Der britische Außenminister Boris Johnson kann sich vorstellen, die Fußball-WM in Russland zu boykottieren.

"Ich sage zu Regierungen in der ganzen Welt, dass kein Versuch, auf britischem Boden unschuldiges Leben zu nehmen, ohne Sanktionen oder ungestraft bleiben wird", betonte Johnson bei einer dringlichen Fragestunde im britischen Parlament.

Mit einem Boykott zur Fußballweltmeisterschaft drohte Johnson indirekt. Die britische Regierung vermutet, dass Skripal im Auftrag von Russland vergiftet wurde. Johnsons Absicht sei es nicht gewesen, eine Boykott der Nationalmannschaft ins Spiel zu bringen.

Johnson sagte nicht, ob er britische Sanktionen gegen Russland oder eine Verschärfung von EU-weiten Maßnahmen bevorzugt, die wegen der russischen Unterstützung von Separatisten in der Ost-Ukraine verhängt wurden. Beide befinden sich derzeit in kritischem Zustand im Krankenhaus. Der Fall erinnert an den 2006 in London vergifteten russischen Ex-Geheimagenten und Kreml-Gegner Alexander Litwinenko. Die Polizei riegelte das Gebiet, wo Skripal gefunden wurde, und eine Pizzeria im Stadtzentrum ab.

In der südenglischen Stadt Salisbury wurde am Wochenende ein Mann mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden.

"Wir sprechen mit Zeugen, wir nehmen kriminaltechnische Proben, wir machen toxikologische Untersuchungen", sagte der Chef der Spezialkräfte, Mark Rowley, dem Radiosender BBC 4 am Dienstag. Mit Blick auf den Giftmord am ehemaligen russischen Spion Alexander Litwinenko sagte er, man müsse sich der Tatsache bewusst sein, dass es eine staatliche Bedrohung gebe.

Für die Öffentlichkeit besteht nach offiziellen Angaben keine Gefahr.

Es klingt wie ein Thriller aus dem Kalten Krieg: Ein früherer russischer Doppelagent ist in Großbritannien Medienberichten zufolge möglicherweise vergiftet worden.

Skripal war 2006 in Russland wegen des Vorwurfs der Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. 2010 kam er im Zuge eines Austauschs von Spionen zwischen Russland und westlichen Staaten nach Großbritannien. In einem britischen Untersuchungsbericht wurde dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen, die Tat wahrscheinlich persönlich gebilligt zu haben.

Putin-Sprecher Dmitri Peskow bot den britischen Behörden eine Zusammenarbeit im Fall Skripal an. Bislang sei jedoch keine solche Anfrage eingegangen. Er bezeichnete den Vorgang als "tragische Situation".

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