Zeckenforscher: FSME-Infektionen breiten sich gen Norden aus

Zeckenforscher: FSME-Infektionen breiten sich gen Norden aus

FSME-infizierte Zecken breiten sich in Deutschland Experten zufolge weiter in den Norden aus. Für das vergangene Jahr steht eine Zahl von 180 Fällen im Südwesten, ein überdurchschnittlicher Wert.

Das Robert-Koch-Institut registrierte im vergangenen Jahr bundesweit 481 Erkrankungsfälle - und damit mehr als in den Jahren davor. Ungewöhnlich sei 2017, dass es nach Zählungen weniger Zecken gab, jedoch mehr Erkrankungen. Dagegen sei die Zahl der Erkrankungsfälle etwa in Unterfranken 2017 deutlich zurückgegangen. Der Rekordwert stammt aus dem Jahr 2006 mit 281 FSME-Erkrankungen. In Nordrhein-Westfalen registrierte das RKI 2017 drei Erkrankungsfälle nach vier im Jahr 2016 und sieben 2015. Süddeutsche Zeckenkongress, bei dem der aktuelle Stand der Forschung vorgestellt wird. Experten warnen nun: Das gefährliche Virus breitet sich aus. "Noch ist nicht klar, wie lange diese Art schon in Deutschland heimisch ist und ob sie als FSME-Überträgerin in Frage kommt".

Ein Erkrankungsrisiko birgt demnach auch Rohmilch. Etwa 300 Menschen in Deutschland erkranken Experten zufolge jedes Jahr daran. Er kann verschiedene Krankheitserreger übertragen, vor allem Lyme-Borreliose, eine Bakterieninfektion, oder die von Viren verursachte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Deutschland seien aber lediglich 20 Prozent der Bevölkerung geimpft. "Mit Blick auf FSME-Erkrankungen war 2017 ein dramatisches Jahr", heißt es von Seiten der Hohenheimer Forscher. "Im Sommer 2017 gab es eine große Kältewelle". Zwei Wochen später wurde es sehr warm und wieder zwei Wochen später gab es einen großen Krankheitsausbruch. In der Regel wird die Krankheit durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Antworten sollen unter anderem zwei Forschungsprojekte bringen. Das sollten Sie bei einem Zeckenbiss beachten. Grundlage sind Beobachtungsdaten, die erstmals bundesweit erhoben werden. "Insgesamt haben wir fast 100 Standorte ausgesucht, in denen künftig dreimal im Monat Zecken gesammelt und untersucht werden". Auch eine FSME-Infektion äußert sich zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und kann zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Hirns oder des Rückenmarks führen.

Neben der Universität Hohenheim und der Veterinärmedizinischen Universität Wien bringen sich auch die TU Hannover, die Universität Leipzig, das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr und die Firma Tick-radar in die Feldstudie zur Bestimmung und Modellierung der Zeckendichte in Deutschland ein.

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