Kinotickets für "Molly's Game" gewinnen

Vielleicht läuft es für Molly Bloom doch nicht so gut wie sie dachte- Szene aus

In der Folge avancierte sie zu Amerikas schillernder Poker-Prinzessin.

Allein durch Trinkgelder verdiente sie bis zu vier Millionen Dollar pro Jahr. Vielmehr hat man das Gefühl, dass die Pokergeschichte ihn im Grunde gar nicht wirklich interessiert. Sie stieg hoch. Und fiel tief.

Als Besetzung funktioniert Chastain grandios in der Rolle der schlauen Business-Frau, die sich nicht zu schade dafür ist, auch ihren weiblichen Charme zur Gewinnoptimierung einzusetzen, dennoch aber stets die unbedingte Distanz zu den Spielern wahrt. Auch seine erste Regiearbeit basiert auf einer wahren Geschichte. Von 2003 bis 2011 veranstaltete eine gewisse Molly Bloom in Los Angeles und New York Pokerrunden, in denen prominente Hollywood-Stars, Sportler, Banker und Ganoven mit extrem hohen Einsätzen Millionenbeträge verspielten, bis das FBI die Gastgeberin wegen vermeintlicher Kontakte zur russischen Mafia in Haft nahm.

Der Film ist das Regiedebüt des Oscar-prämierten Drehbuchautors Aaron Sorkin ("The Social Network"), der am letztjährigen Zurich Film Festival zu Gast war und auch für das Drehbuch zu "Molly's Game" für einen Oscar nominiert wurde. Denn Sorkins Molly Bloom muss, muss, muss - auf Biegen und Brechen - die gute Frau im bösen Spiel der Männer sein. Die echte Molly Bloom verarbeitete ihr Leben zu einer Autobiografie, in der sie auch die Namen der Filmstars nannte, die an ihren Tischen saßen, darunter Leonardo DiCaprio, Ben Affleck oder Tobey Maguire. Anders als etwa bei Martin Scorsese entwickelt sich auch keine Faszination oder Dynamik, denn Aaron Sorkin vernachlässigt das visuelle Erzählen und baut keine Spannung zwischen Text und Bild auf.

Molly lernt alles übers Pokern, über Psychologie, Spielertypen und das Geschäftsmodell ihres Chefs - dann bootet sie ihn aus. "Ich vertraue den Leuten nicht", sagt das Kind einmal mit traurigem Blick in die Kamera. In ihrem Anwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) findet Molly ihren einzigen Verbündeten. Das ist ganz großes Schauspielerkino. Mit Jessica Chastain hat Sorkin die ideale Hauptdarstellerin gefunden, die nicht nur die Hochgeschwindigkeitsdialoge souverän handhabt, sondern auch hinter der Fassade der kühlen Geschäftsfrau die Intelligenz und Integrität ihrer Figur glaubwürdig herausarbeitet. Tatsächlich will "Molly's Game" vor allem eine Charakterstudie der Titelfigur sein.

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