FSME-Zecken breiten sich nach Norddeutschland aus

Forscher filmen Zecken beim Krabbeln - um das Risiko für die durch Zecken übertragene FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) besser einschätzen zu können.

Mehr Infektionen mit der tückischen Krankheit FSME, neue Hot-Spots im Norden und eine neue Zeckenart als möglicher Überträger: Es gibt schlechte Nachrichten zum Start der Zeckensaison.

Ein weiteres Untersuchungsziel ist es, zu klären, wie FSME das Verhalten von Zecken ändert: "Wenn Zecken einen Wirt suchen, wandern sie an Grashalmen nach oben und warten dort auf Warmblütler".

Das Robert Koch-Institut hat im vergangenen Jahr bundesweit fast 500 Fälle von Hirnhautentzündung durch Zeckenstiche registriert - mehr als in den Jahren zuvor. Schätzungen gehen von mehreren Zehntausend Neuerkrankungen pro Jahr aus, die Diagnose ist schwierig. Die Krankheit kann Nervensysteme und Gelenke schädigen.

Und während nach dem Stich einer befallenen Zecke das Erkrankungsrisiko bei 30 Prozent liege, erkrankten 100 Prozent nach Genuss kontaminierter Milch. Deshalb sollte man gleich nach dem Aufenthalt in einem möglichen Zeckengebiet vor allem Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Armbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen absuchen.

Und wenn sich schon eine Zecke festgebissen hat? Zu einer Borreliose-Infektion kommt es innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem Stich nur selten. So stießen Experten 2016 erstmals auf das FSME-Virus in der in Deutschland zunehmend einwandernden Auwaldzecke.

Treten nach einem Zeckenbiss Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Abgeschlagenheit auf, kann das auf Borreliose hindeuten. Später können Nervenlähmungen, Hirnhautentzündungen oder entzündliche Schwellungen der Knie- und Sprunggelenke auftreten.

Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung, sie ist aber gut mit Antibiotika zu behandeln. Gegen FSME kann man sich impfen lassen.

An Ärzte wird appelliert, die Impfung zu propagieren: "Zu den schweren FSME-Verläufen gehören Lähmungen, Koma, Krampfanfälle, Defektheilungen und vereinzelt auch Todesfälle", warnt Dobler. Laut Robert-Koch-Institut gab es in den vergangenen Jahren aber auch vermehrt Fälle von FSME außerhalb der Risikogebiete. Zwei Impfdosen schützen bereits zu 98 Prozent, der Schutz hält dann aber nur ein Jahr. Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

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