Klare Verhältnisse bei Goldman Sachs - Solomon gewinnt Machtkampf im Vorstand

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Die Gerüchte um einen baldigen Chefwechsel bei der US-Investmentbank Goldman Sachs erhalten neue Nahrung: Der bisherige Co-Firmenpräsident David Solomon wird künftig alleiniger Firmenpräsident sein, da sich der amtierende Co-Präsident und Co-CEO Harvey Schwartz im April in den Ruhestand verabschiede, teilte Goldman Sachs am Montag mit.

Der 53jährige Schwartz führte die Handelsgeschäfte bei Goldman und fungierte als Finanzvorstand.

Bei der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs könnte sich eine Ära dem Ende zuneigen: Der seit zwölf Jahren amtierende Bankchef Lloyd Blankfein bereite seinen Abschied vor, schrieb das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der 53-jährige verkörpert Goldmans profitable Vergangenheit. Dort hielt er die Bank während der Finanzkrise in der Offensive, während sich Wettbewerber zurückzogen. Vier Jahre später wurde er Finanzchef. Er baute ein renidteträchtiges Anleihengeschäft auf. "Ich fühle mich wie Huck Finn, der seiner eigenen Grabesrede lauscht". Damit spielte er auf den Jugendliteratur-Klassiker "Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn" von Mark Twain an, in dem die beiden Jungen für tot gehalten werden und aus einem Versteck heraus ihre eigene Trauerfeier verfolgen.

Blankfein polarisiert die Wall Street. Das zeigt auch, wie sehr sich die Wall Street und die Bank selbst geändert haben, seit Blankfein vor über einem Jahrzehnt das Ruder übernahm. Unter dem 63-Jährigen festigte Goldman Sachs den Ruf als Gelddruckmaschine, wobei die Geschäfte zuletzt schleppender liefen.

Lloyd Blankfein hat sich unbeliebt gemacht: Er sagte, Investmentbanker verrichteten "Gottes Werk".

Dass Blankfein in nicht allzu ferner Zukunft die Fäden aus der Hand geben könnte, ist wenig überraschend.

Die Goldman-Aktien sind nach der Mitteilung über den Abgang von Schwartz um 1,4 Prozent auf ein Rekordhoch gestiegen. Goldman Sachs hatte in den vergangenen Quartalen die Erwartungen der Aktionäre wiederholt enttäuscht.

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