Namens-Gedenkmauer für Opfer der Shoah in Wiener Innenstadt in Planung

Regierung plant Namensmauer für Opfer der Shoah

Damit soll verdeutlicht werden, dass diese rund 66.000 Toten keine anonyme Menge, sondern Individuen mit einer persönlichen Geschichte sind.

Gestalten soll das Mahnmal der 1930 in Wien geborene Kurt Yakov Tutter, ein kanadisch-österreichischer Künstler, der nach dem "Anschluss" aus der damaligen Ostmark fliehen konnte - seine Eltern wurden vom Nazi-Regime deportiert und ermordet.

Der 80. Jahrestag des "Anschlusses" Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich, die Novemberpogrome im Jahr 1938 und vor allem die Shoah "als größte Tragödie der Menschheitsgeschichte" zählten zu den schmerzlichsten und leidvollsten Anlässen, an die es zu erinnern gelte, heißt es im Vortrag von Bundeskanzler Sebastian Kurz für die Ministerratssitzung am Mittwoch. Als Generalsekretär des Vereins Gedenkstätte Namensmauern setzte er sich seit dem Jahr 2000 für eine entsprechende Gedenkstätte ein.

Der geplante Erinnerungsort soll "an einem zentralen Platz in der Wiener Innenstadt" errichtet werden, wie es in dem Ministerratsvortrag heißt. Fünf Mauern mit einer Länge von je 65 Meter Länge könnten bei einer Schrifthöhe von zwei Zentimetern die Namen aller Opfer aufnehmen, rechnete Tutter im Jahr 2002 dem Standard vor.

Die Regierung in Wien will mit einer Namens-Gedenkmauer an die 66'000 österreichischen Opfer des Holocaust erinnern.

Gespräche mit Tutter gab es bereits.

Internationale Vorbilder für eine Namensgedenkmauer existieren etwa in Form der 2005 eröffneten Shoah-Gedenkstätte in Paris, des Nationaldenkmals für die jüdischen Märtyrer Belgiens in Brüssel oder eines in Amsterdam geplanten niederländischen Holocaust-Memorials.

Kurz: "Für die jüdische Bevölkerung Österreichs begann 1938 ein beispielloser Leidensweg, der uns auch heute noch beschämt".

"Den rund 66.000 österreichischen Jüdinnen und Juden, die dem NS-Terrorregime zum Opfer gefallen sind, wollen wir in Wien ein bleibendes Zeichen des Gedenkens und der Erinnerung setzen", sagt Kurz. "Dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte darf nie in Vergessenheit geraten". "Das Andenken an unsere vertriebenen und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger muss uns eine ständige Verpflichtung sein. Ein derartiges beispielloses Verbrechen darf nie wieder möglich werden", befindet FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Die Errichtung einer Namens-Gedenkmauer soll zeigen, das wir die Opfer der Shoah in bleibender Erinnerung behalten. "Niemals dürfen wir vergessen, was ihnen angetan wurde".

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