USA: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Nachwahl in Pennsylvania

Gelingt ihm in Pennsylvania die Sensation? Demokrat Conor Lamb

Demokrat Conor Lamb verlässt am Dienstag mit seiner Grossmutter Barbara Lamb das Wahllokal in Carnegie, Pennsylvania. So knapp, dass mit der Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses erst im Lauf des Mittwochs gerechnet wurde.

Lamb erklärte sich dennoch öffentlich zum Wahlsieger.

"Wir haben es geschafft", sagte der 33-Jährige in der Nacht zum Mittwoch, wie in einem Video auf der Internetseite des US-Senders CNN zu sehen ist.

Die Nachwahl war notwendig geworden, weil der langjährige Abgeordnete des Wahlkreises, Tim Murphy, einer Geliebten zur Abtreibung riet, obwohl er als konservativer Republikaner stets gegen Abtreibung aufgetreten war. Conor Lamb hat inzwischen in allen Umfragen Chancen, den republikanischen Kandidaten Rick Saccone zu schlagen. Das entsprach einem Vorsprung von lediglich 579 Stimmen. Es müssten noch fast 1400 Briefwahlstimmen ausgezählt werden, berichtet CNN weiter. Dies werde voraussichtlich mehrere Stunden lang dauern.

Die Kombination aus Lambs politischem Profil und seiner Haltung zur Partei mache die Wahl landesweit interessant, sagt Terry Madonna, Politikwissenschaftler in Pennsylvania: "Lamb ist der perfekte Kandidat für eine Gegend wie diese". "Wir geben nicht auf", rief der 60-jährige Republikaner seinen Anhängern zu und forderte sie auf, nach Hause zu gehen, ohne das Endergebnis der Nachwahl abzuwarten. Eigentlich hätte die Partei in diesem Wahlkreis ein gewisses Fundament, sie hat 70'000 mehr registrierte Anhänger als die Republikaner - das Erbe der Stahl- und Kohlegewerkschaften, die ihre Mitglieder verlässlich den Demokraten zuführten. Und während sich die Republikaner an die interne Kür des Nachfolgers machten, trat bei den Demokraten ein junger, unbekannter Mann auf den Plan, der jetzt der Albtraum der Konkurrenz ist. Der Bezirk ist so republikanisch, dass 2014 und 2016 erst gar kein Demokrat antrat.

Der Bezirk war seit Jahren fest in der Hand der Konservativen. "Für die Demokraten ist es ein Sieg, selbst wenn sie nicht gewinnen", sagte der Politologe Kevan Yenerall von der Clarion University in Pennsylvania der Nachrichtenagentur AFP.

An den Mehrheitsverhältnissen im US-Repräsentantenhaus ändert die Nachwahl in Pennsylvania allerdings nichts. Dort haben die Republikaner mit 238 von 435 Sitzen eine deutliche Mehrheit. Die Wahl in Pennsylvania galt daher als Stimmungstest.

► Im Herbst stehen die Kongresswahlen an - und die Republikaner müssen befürchten, eine herbe Niederlage gegen die Demokraten zu erleiden und womöglich die Mehrheit im Kongress zu verlieren. Er hatte am Samstag mit einem Auftritt in Pennsylvania sein ganzes Gewicht für Saccone in die Waagschale geworfen.

Um insbesondere die Wähler in der Arbeiterklasse nicht abzuschrecken, hatte es der demokratische Kandidat Lamb vor der Nachwahl vermieden, Trumps Kurs zu kritisieren. Die Strafzölle auf importierten Stahl, die Trump eingeführt hat, unterstützt Lamb ebenfalls.

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