Die riskante Boni-Wette der Deutschen Bank

Deutsche Bank Frankfurt

Und auch die US-Steuerreform, die mit einem Effekt von 1,4 Milliarden Euro in diesem Jahr letztlich zum Verlust geführt hat, dürfte sich von nun an positiv auf das Ergebnis des Instituts auswirken. Nach den nun vorliegenden testierten Zahlen rutschte die Deutsche Bank im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen als zunächst angenommen.

Die Deutsche Bank schreibt 2017 einen Verlust von 735 Millionen Euro - und zahlt an die Mitarbeiter Boni in einer Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Am Freitag wurde bekannt, dass die Verluste der Bank im Jahr 2017 rund 48 Prozent über denen liegen, die in den vorläufigen Zahlen angegeben wurden. Hauptgrund für die Abweichung sei ein einmaliger Buchungseffekt bei Steueransprüchen in Großbritannien. Für die verlustträchtigen Jahre 2015 und 2016 zusammen hatte die Bank 19 Cent gezahlt.

Konzernchef John Cryan will die Bank im laufenden Jahr zurück in die Gewinnzone führen: "Wir bekräftigen unser Ziel, für das Jahr 2018 wieder einen Nettogewinn und eine wettbewerbsfähige Ausschüttung zu erreichen". Die wichtigsten Prozesse hat die Bank abgehakt, die zuletzt gestiegene Volatilität an den Finanzmärkten schiebt das Geschäft an.

Der Vorstand - der aktuell mit zwölf Managern besetzt ist - erhält für 2017 insgesamt 29,2 Millionen Euro Vergütung. Cryan erhielt für das vergangene Jahr 3,4 Millionen Euro Gehalt und damit weniger als im Vorjahr (3,8 Mio). "Was immer ein bisschen in Vergessenheit gerät ist, dass wir unsere Bank seit drei Jahren aufräumen und grundsätzlich neu ausrichten".

Vor allem die gut 17.200 Investmentbanker unter den 97.535 Vollzeitkräften sollen sich für wieder steigende Boni eingesetzt haben. Die Dividende ist schmal - die Boni üppig. Trotz des dritten Verlustjahres in Folge erhalten Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses rund 2,3 Milliarden Euro Boni.

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