FBI-Vizedirektor kurz vor Pensionierung gefeuert

Der ehemalige FBI-Vize-Chef Andrew Mc Cabe bei einer Konferenz im Justizministerium

Der frühere Vizedirektor des FBI, Andrew McCabe, wurde von Jeff Sessions zwei Tage vor seiner Pensionierung gefeuert. McCabe habe einem Reporter interne Informationen verraten und später bei einer Befragung darüber falsche Angaben gemacht, so die Begründung.

Es wird vermutet, dass diese Nichtanklage Clintons tatsäschlich einer der wesentlichen Gründe für McCabes Entlassung so kurz vor der Pensionierung war: US-Medien schrieben, dass er zu einem späten Sündenbock dafür gemacht werden sollte, dass Clinton nicht juristisch belangt wurde.

McCabe, der noch am Vortag im Justizministerium in eigener Sache vorgesprochen hatte, widersprach den Vorwürfen in einer Erklärung vehement: Niemals habe er den Ermittlern etwas Falsches berichtet. McCabe erhob schwere Vorwürfe gegen die Regierung Trump.

McCabe war Anfang 2018 als Vizedirektor des FBI zurückgetreten, seither war er einfacher Agent der Bundespolizei. An diesem Sonntag sollte er an seinem 50. Geburtstag in Rente gehen. Durch die vorzeitige Entlassung kommt McCabe nicht in den vollständigen Genuss aller Rentenansprüche. Er hatte auch die Aufsicht über die Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Trumps Gegnerin im Präsidentschaftswahlkampf, Hillary Clinton. McCabe könnte möglicherweise ein wichtiger Zeuge bei den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre sein. McCabe wurde von dem US-Präsidenten wiederholt öffentlich kritisiert. Hintergrund waren die FBI-Ermittlungen über eine mögliche Zusammenarbeit des Trump-Wahlkampflagers mit Russland zur Beeinflussung der Wahl 2016.

Anderthalb Monate nach seinem Rücktritt ist der frühere stellvertretende FBI-Chef Andrew McCabe am Freitag (Ortszeit) entlassen worden.

In diese Untersuchungen war McCabe stark involviert. Genaueres dazu teilte er nicht mit, Medienberichten zufolge geht es bei den Vorwürfen aber um eine Untersuchung gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Die Ermittlungen führten aber, sehr zum Ärger Trumps, zu keiner Strafverfolgung.

Der Republikaner leitete das FBI kommissarisch, nachdem Trump im Mai überraschend Comey feuerte. Sie lasteten ihm Voreingenommenheit an.

Der Präsident stieß sich auch daran, dass sich McCabes Frau für die Demokraten um einen Sitz im Senat des Bundesstaates Virginia beworben hatte und im Wahlkampf von der politischen Organisation eines Clinton-Freundes finanziell unterstützt worden war.

McCabe bezeichnete seine Entlassung in einer Mitteilung als Teil von Trumps "Krieg gegen das FBI".

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