Unilever gibt Firmenzentrale in London auf

Das Unternehmen verlässt Großbritannien. Quelle Reuters

Britischen Presseberichten zufolge gab es kürzlich noch Treffen zwischen Vertretern der britischen Regierung und von Unilever. Allerdings hat Unilever in Großbritannien 7.300 Mitarbeiter, in den Niederlanden nur 3.100. Zukünftiger Hauptsitz soll Rotterdam in den Niederlanden werden, wie der Konzern heute, Donnerstag, mitgeteilt hat. Einzelne Bereiche bleiben aber in London: Die Sparten Kosmetik und Reinigungsmittel werden von Großbritannien aus geführt, die Lebensmittel-Sparte von Rotterdam aus, wie Unilever weiter mitteilte.

Unilever ist mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Pfund das drittgrößte Unternehmen der Insel. Wertpapiere des Unternehmens würden jedoch weiterhin an den Börsen von London, Amsterdam und New York gelistet. "Dieser Schritt steht in keinem Zusammenhang mit dem Brexit". Der Brexit sei daran aber nicht schuld beteuert ein britischer Regierungssprecher. Unilever begründet seinen Entschluss damit, dass 55 Prozent des Stammkapitals der Gruppe an der Amsterdamer Börse und mit größerer Liquidität gehandelt werden, als der Anteil der britischen Aktiengesellschaft. Unilever sei in 190 Ländern aktiv, die meisten dieser Länder seien nicht in der EU. "Unsere Entscheidung, die Sparten von London und Rotterdam aus zu leiten, unterstreicht unser langfristiges Engagement in beiden Ländern", teilte Marijn Dekkers, Aufsichtsratsvorsitzender bei Unilever und Ex-Bayer-Chef, mit.

Doch der Brexit sorgt in der britischen Wirtschaft für Sorgen. Neue Zölle und Grenzkontrollen gelten jedoch als sicher.

Viele Unternehmer müssen sich daher überlegen, welche Konsequenzen sie ziehen: ob und was sie auf der Insel produzieren, dort noch weiter investieren - oder ob sie lieber auf den europäischen Kontinent ziehen, um dort ihre Geschäfte voranzutreiben. Bisher hat Uilever auf eine Doppelstruktur mit zwei rechtlich eigenständigen Unternehmen gesetzt. Ebenfalls Einfluss auf die Entscheidung für den Unilever-Hauptsitz in Rotterdam dürfte die Ankündigung des Niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte gehabt haben, Unternehmen künftig weniger zu besteuern.

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