Adipositas-Paradoxon widerlegt! Schon wenig Übergewicht schadet unserer Gesundheit

Das vielzitierte Adipositas Paradoxon besagt dass übermäßige Pfunde mitunter vorteilhaft sein können.  Lisa Plöser Kathrin Sebald DAK XXL-Report

Wissenschaftler aus Großbritannien sind sich sicher: Ein "gesundes Übergewicht" gibt es nicht. Das widerspreche dem sogenannten Adipositas-Paradoxon, schreiben die Forscher im European Heart Journal.

Das vielzitierte Adipositas-Paradoxon besagt, dass übermäßige Pfunde mitunter vorteilhaft sein können. "Je weniger Fett, insbesondere um den Bauch, desto geringer das Risiko für spätere Herzerkrankungen", sagt Erstautorin Stamatina Iliodromiti von der Universität Glasgow. Die neue Studie widerspricht dem fundamental, zumindest mit Blick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen - die mit Abstand häufigste Todesursache hierzulande. Bei der Auswertung der Daten berücksichtigten sie andere Einflussfaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck.

Das geringste Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 22 und 23 - also deutlich unter dem Wert für Übergewicht (ab BMI 25). Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beginnt Übergewicht erst ab einem BMI von 25 und Fettleibigkeit ab einem BMI von 30. Der sogenannte BMI bezieht sich auf das Verhältnis von Größe zu Gewicht. Die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg demnach linear: Ein Anstieg des BMI-Wertes um 5,2 Punkte geht bei Frauen mit einem um 13 % erhöhten Risiko einher. Bei Männern reicht ein BMI-Unterschied von 4,3 Punkten für einen gleichen Risikoanstieg.

Wie hoch ist Ihr BMI? Hier kommen Sie zum BMI-Rechner. Das geringste Risiko für Herz-Kreislaufprobleme haben Frauen mit einem Taillenumfang von 74 Zentimetern und Männer mit 83 Zentimetern Taillenumfang. Das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle steigt bei Frauen für jede Zunahme des Taillenumfangs von 12,6 cm um 16 Prozent. Vor allem das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen soll steigen. Bauchfett bilde eineb besonders starken Risikofaktor, weil es im Gegensatz zu Fettpolstern direkt unter der Haut zur erhöhten Freisetzung von Botenstoffen führt, welche Entzündungen fördern, die dann die Schädigung von Blutgefäßen bewirken. Eine große Studie britischer Forscher mit fast 300.000 Teilnehmern widerlegt diese Vorstellung nun. Es sei jedoch möglich, dass das Ganze bei Menschen mit einer Vorerkrankung anders aussehe. So gebe es Hinweise, dass zum Beispiel Krebspatienten von leichtem Übergewicht profitieren könnten, weil sowohl die Erkrankung als auch die Therapie mit einem ungesunden Gewichtsverlust einhergehen können.

Zwar sei es gerade für viele ältere Menschen schwierig, den BMI im Normalbereich zu halten, gestehen die Autoren ein. Doch die Botschaft der Studie sei, dass schon die Abnahme weniger Kilos die Gesundheit fördere. Dies ist umso wichtiger, da WHO-Daten zeigen, dass fast die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung übergewichtig ist - Tendenz steigend. Der deutsche Mediziner Nikolaus Marx, Leiter der Kardiologie am Uniklinikum Aachen, ist von der seiner Ansicht nach extrem gut gemachten Studie überzeugt. Diese Aussage ist auch als das Adipositas-Paradoxon bekannt.

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