ROUNDUP: Verbraucherschützer fordern nach P&R-Pleite mehr Anlegerschutz

Nach der Pleite des Containervermittlers P&R müssen die
betroffenen Anleger um ihr Geld bangen. Die Anleger erhalten weder
versprochene Mietzahlungen noch können sie Container an P&R
zurückverkaufen

Hintergrund ist die Insolvenz dreier Container-Leasing- und Vertriebsfirmen der Investmentgesellschaft P&R in Grünwald bei München.

Die Befürchtungen von rund 50.000 Anlegern sind wahr geworden: P&R, der Marktführer von Direktinvestitionen in Container, hat Insolvenz beantragt. "Ein aktiver Vertrieb sollte verboten werden, denn für Verbraucher sind diese Produkte zu komplex und bergen zu hohe Risiken".

Wie das "Handelsblatt" zuerst berichtet hatte, hat das Gericht den erfahrenen Rechtsanwalt Michael Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter von zwei der drei insolventen P&R-Gesellschaften bestimmt.

Jaffés Kanzlei teilte mit, die Firmen hätten Frachtcontainer zur privaten Anlage angeboten.

"Die aktuellen Schwierigkeiten der von einer Zahlungsunfähigkeit betroffenen Container-Investmentgesellschaften beruhen im Wesentlichen darauf, dass Rückkäufe in einem erheblichen Umfang gegenüber den Anlegern in Aussicht gestellt wurden, die derzeit nicht zu den bei Vertragsabschluss in Aussicht gestellten Rückkaufswerten durchgeführt werden können", heißt es in der Mitteilung. Neben seriösen Anbietern tummeln sich dort auch Zocker, die auf leichtgläubige Laien treffen. Nach einer Ende 2014 auf den Weg gebrachten Reform wurden Anbieter und Vermittler dann schärfer an die Kandare genommen. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz erhielt auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mehr Befugnisse und Sanktionsmöglichkeiten gegen Anbieter und Vermittler.

Die Containerbranche ist seit Jahren unter Druck, weil der Zuwachs an Containern die Nachfrage überstieg. Zum einen sind die Containerpreise seit 2011 rückläufig, bis zum Tiefstand 2016. Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick hatte zuletzt kritisiert, der Fall P&R zeige, dass die Gesetzeslage Anleger dennoch weiterhin nur ungenügend vor nicht tragfähigen Geschäftsmodellen schütze.

Hinzu kämen nachteilige Wechselkursentwicklungen, da die Mieten gegenüber den Anlegern in Euro gezahlt werden, die Vermietung der Container auf dem Weltmarkt jedoch gegen US-Dollar erfolgen müsse.

Weil im "Grauen Kapitalmarkt" trotz milliardenschwerer Anlagesummen kein Tragfähigkeitsgutachten eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers erforderlich gewesen sei, habe sich die Aufsicht nur auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und Widerspruchsfreiheit des Prospekts konzentrieren können.

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