Razzia bei BMW: Verdacht auf Abgasmanipulationen

Die Staatsanwaltschaft München hat den Autobauer wegen des Anfangsverdachtes einer unzulässigen Software zum Abschalten der Diesel Abgasreinigung am Dienstag ins Visier genommen. Quelle dpa

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die BMW-Zentrale durchsucht und Ermittlungen wegen Betrugsverdachts bei der Abgasreinigung eingeleitet.

Rund 100 Polizisten und Staatsanwälte hätten Räume in der Konzernzentrale, im Forschungs- und Innovationszentrum in München und im Dieselmotorenwerk im österreichischen Steyr durchsucht, bestätigte ein BMW-Sprecher.

Es besteht der Anfangsverdacht, dass BMW eine Abschalteinrichtung verwendet bzw. verwendet hat, die erkennt, dass das Auto auf einem Prüfstand steht, wie aus der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft hervorgeht.

Zweieinhalb Jahre nach Ausbruch des Dieselskandals steht nach Volkswagen und Daimler auch BMW am Pranger: Erstmals war der deutsche Autobauer am Dienstag Ziel einer Razzia der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Dieselbetrug. Am 27. Februar leiteten sie ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Betrugsverdachts ein.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) wenige Tage vorher von Aussagen von BMW-Mitarbeitern bei einem KBA-Termin berichtet. Die BMW-Vertreter hätten "eingeräumt, in zwei Fahrzeugenmodellen, den Modelltypen 750xd und M550xd, seien unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut worden". Dieses Mal geht es um den Verdacht der Marktmanipulation im Zusammenhang mit einer Pflichtmitteilung des Konzerns Ende 2015 zu Unregelmäßigkeiten bei der Messung von CO2-Werten. Bei internen Tests sei festgestellt worden, dass eine korrekt entwickelte Software irrtümlich den falschen Modell-Versionen zugeordnet worden sei. Dort funktioniere die Abgasreinigung dann nicht mehr korrekt. BMW hatte bislang stets darauf hingewiesen, man habe mit der Diesel-Affäre nichts zu tun. Das Unternehmen hat für diesen Mittwoch zur Jahrespressekonferenz eingeladen. Dort will Vorstandschef Harald Krüger einen Ausblick für das laufende Jahr geben. Das Kraftfahrt-Bundesamt entlastete den Autohersteller BMW damals jedoch vom Vorwurf der Abgas-Manipulation.

BMW hatte im Februar mitgeteilt, dass 11.400 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet worden seien. Die Behörde fand keine Beanstandungen.

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