"ECall" wird in Europa Pflicht

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"eCall" bezeichnet ein automatisches Notrufsystem, das über verschiedene Sensoren ausgelöst wird. Der Fahrzeugbesitzer kann wählen, ob der Notruf an die europäische Notrufnummer 112 oder an eine Zentrale eines Drittanbieters, zum Beispiel des Pkw-Herstellers, übermittelt werden soll. Im Falle eines schweren Unfalls setzt das System einen Notruf ab. "Mit eCall wird sich die Reaktionszeit der Rettungsdienste in ländlichen Gegenden um 50 Prozent und in städtischen Regionen um 40 Prozent verringern", rechnet die Europaabgeordnete Olga Sehnalova vor.

Lassen sich dadurch mehr Menschenleben retten?

Experten zufolge sinkt die Überlebenschance bei lebensgefährlich verletzten Unfallopfern pro Minute um zehn Prozent. Laut EU-Kommission könnten jährlich 2500 Menschenleben durch den Einsatz dieses neuen Notrufsystems gerettet werden. Zusätzlich zur Sprachverbindung überträgt das im Fahrzeug montierte eCall-System Informationen zum Unfallort, zur Art der Auslösung und zum Fahrzeug.

Nein. Zunächst betrifft die Vorgabe nur Neuwagen, die auf eine EU-Zulassung warten. Bereits im Handel oder im Verkehr befindliche Autos sind daher nicht von der Regelung betroffen.

Der nachträgliche Einbau eines Notrufsystems in Gebrauchtwagen und ältere Fahrzeuge ist nicht verpflichtend, aber möglich.

Nein, eine Pflicht dazu gibt es nicht. Immerhin könnten beispielsweise Versicherungen spezielles Interesse über Fahr- und Risikoverhalten von Autofahrern haben. So bieten etwa Versicherungsunternehmen und andere Anbieter Unfallmeldestecker an. Der ACE begrüßt daher die Einführung des eCall sowie die Möglichkeit mit Unfallmeldesteckern auch gebrauchte Fahrzeuge nachrüsten zu können. Dies bedeutet erst einmal, dass nun alle Neufahrzeuge auch mit diesem System ausgestattet werden müssen, falls nicht schon geschehen - das System wurde nämlich bereits 2015 verabschiedet. Innen- und Verkehrsminister versichern zumindest mit Nachdruck, das System sei nicht "angelegt", dauerhaft Daten zu sammeln und die Ergebnisse danach an Dritte zu übermitteln. Zumal die eCall-Systeme von den derzeit mit wenig Vertrauensvorschuss ausgestatteten Autoherstellern wohl auch als Basis für diverse Entertainment-Funktionen on top genutzt werden können. Aktuelle Modelle, die ihre Typzulassung vor diesem Stichtag bekommen haben, müssen auch als Neuwagen den eCall nicht an Bord haben. Der Bordcomputer speichert sämtliche Kontaktdaten des Smartphones und erinnert sich an die letzten 100 Parkplätze.

Im Hinblick auf den Datenschutz schreibt die EU-Verordnung vor, dass die gesendeten Daten nur zweckgebunden zu verwenden sind und keinen anderen Fahrzeugsystemen zur Verfügung stehen dürfen.

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