Keine Hinweise auf politisches Motiv bei Amokfahrer von Münster

Karte mit der Stadt Münster | Bild BR

Ein Anrecht auf so viel Menschenverstand und Anstand haben aber auch alle, die zum Beispiel mit Vornamen Radouane heissen - sie haben nichts zu schaffen mit dem Islamisten selbigen Vornamens, der neulich in Südfrankreich vier Menschen, darunter einen Polizisten, erschoss. Aber was ihn angetrieben hat, können die Ermittler nicht sagen.

Psychische, ökonomische oder soziale Probleme können mit ideologischen Motiven Hand in Hand gehen, wie am Mittwoch der Fall der 39-jährigen Nasim N. zeigte, die im YouTube-Hauptquartier in San Bruno bei San Francisco drei Menschen anschoss, bevor sie sich mit einer legal erworbenen halbautomatischen Neun-Millimeter-Smith&Wesson selbst umbrachte. Die Tat sorgte international für Bestürzung. Die Wohnungen wurden von der Polizei durchsucht.

Der Mann war am Samstagnachmittag in der Münsteraner Altstadt mit seinem Fahrzeug in eine Restaurantterrasse gerast. Nach Angaben der Polizei laufen inzwischen viele Hinweise ein.

48-jähriger Deutscher fuhr mit seinem Bus in einen Gastgarten, zwei Menschen starben. Es gebe drei Tote - darunter auch der Täter, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul am Abend in Münster.

Das Bundeskriminalamt richtete im Internet für Zeugen ein Hinweisportal ein. Lediglich der unmittelbare Tatort an der Kiepenkerl-Statue unweit des Doms war durch Gitter zunächst weiter gesperrt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Beamten gaben später Entwarnung. Ermittler fanden im Wagen die Waffe, mit der sich der Täter erschossen hatte, sowie eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend Feuerwerkskörper. Bei der Durchsuchung fand die Polizei eine nicht brauchbare Maschinenpistole vom Typ AK47. Er habe in einer Wohnung in der Nähe des Tatorts gewohnt. Vor der Sportveranstaltung habe es "vereinzelte Hinweise darauf gegeben, dass die Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beteiligt gewesen sein könnten", erklärte die Polizei.

Laut mehreren Medien hat Jens R. bereits zuvor versucht, sich das Leben zu nehmen. Das ZDF berichtet von möglichen Kontakten in die rechtsextreme Szene und einem kürzlichen Suizidversuch.

Zudem haben Gerichte und Verwaltungseinrichtungen des Bundeslandes sowie ein katholischer Bischof dort ihren Sitz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer "schweren Gewalttat" und sprach den Betroffenen sein Beileid aus.

Der Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe, sagte: "Ganz Münster trauert über dieses schreckliche Ereignis". Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron schrieb auf Twitter: "All meine Gedanken sind bei den Opfern des Angriffs von Münster". Donald Trump bete für die Opfer, teilt das Weiße Haus mit. Wie die Beamten in Münster am Sonntag mitteilten, ergaben sich aus der Nachricht "vage Hinweise auf suizidale Gedanken, aber keinerlei Anhaltspunkte für die Gefährdung anderer Personen".

Medienberichten zufolge soll der Vorfall keinen extremistischen Hintergrund haben. Das Attentat von Münster ist von den Motiven und Hintergründen her nicht mit der Lkw-Attacke des Anis Amri vom Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 oder der Amokfahrt von Nizza im Juli desselben Jahres vergleichbar. Der Tunesier Anis Amri hatte dabei zwölf Menschen getötet und fast 70 weitere verletzt.

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