Neu entwickelter Bluttest zeigt frühzeitig Risiko für Alzheimer

Dies ergaben breit angelegte Langzeituntersuchungen von Forschern der Ruhr-Universität Bochum (RUB), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Krebsregisters Saarland, wie das DKFZ am Freitag in Heidelberg mitteilt.

Ein neuartiger Bluttest verspricht Hoffnung auf eine frühzeitige Erkennung und somit eine bessere Therapie von Alzheimer.

Bisher kann die Alzheimerdemenz erst in einem späten Stadium diagnostiziert werden, wenn die charakteristischen Symptome wie Vergesslichkeit bereits vorliegen. In diesem Stadium sind Schädigungen am Gehirn schon weit fortgeschritten und nicht mehr umkehrbar.

Der Test könnte helfen, Personen zu identifizieren, die ein besonders hohes Risiko haben, Alzheimer zu entwickeln. Klaus Gerwert von der RUB, Koordinator des Forschungskonsortiums „PURE“. Hermann Brenner, der im DKFZ die Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung leitet.

Bislang konnte Alzheimer in einen frühen Stadium nur mit teuren bildgebenden Verfahren, wie der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder anhand veränderter Biomarker in der Rückenmarksflüssigkeit diagnostiziert werden.

"Demenzerkrankungen nehmen zu und stellen Betroffene, Angehörige und die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen", berichtet Monika Bachmann, die saarländische Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Alzheimer kann zwar nicht geheilt werden, das Fortschreiten der Symptome kann allerdings verlangsamt werden.

Bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit sind Fehlfaltungen des Proteins Amyloid-β beteiligt, die sich als Verklumpungen im Gehirn ablagern (Amyloid-Plaque). Klaus Gerwert und seinem Team gelang es, einen Test zu entwickeln, der im Blut nachweist, ob das Gehirn mit diesen Plaques belastet ist. Bei der Auswertung des Tests kann das Verhältnis von gesunden zu krankhaften Formen der Amyloid-β-Proteine bestimmt werden. "Aber er eröffnet die Möglichkeit, in einem kostengünstigen und minimalinvasiven Screening Personen herauszufiltern, die sich einer weiterführenden teuren und invasiven Diagnose unterziehen sollten, die ein falsch positives Ergebnis ausschließen kann". Die Forscher hoffen, dass es leichter wird, die Krankheit zu stoppen, wenn sie früher erkannt wird. Das ermöglichte es den Wissenschaftlern, das Entstehen der Erkrankung über einen langen Zeitraum von über 15 Jahren zu verfolgen. In 70 Prozent der Fälle identifizierte der neue Test die Personen, bei denen später tatsächlich Alzheimer auftrat. Bei neun Prozent lieferte der Test fälschlicherweise ein positives Ergebnis, obwohl die Probanden gesund blieben („falsch-positiv“). Diese Ergebnisse bezeichnen die Mediziner als "falsch-positiv". So kann der Sensor das Verhältnis von gesundem zu pathologischem Amyloid-β in der Probe bestimmen. Die unterschiedlich gefalteten Amyloid-β-Proteine absorbieren Infrarotlicht mit unterschiedlicher Frequenz. Zukünftig wird der Sensor durch Einsatz der Quantenkaskadenlaser-Technologie kaum größer als eine Pralinenschachtel sein, sodass sich das Verfahren dann für den Routineeinsatz eignet.

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