So spottet das Netz über Mark Zuckerbergs Anhörung vor dem US-Senat

Nur die Führungsriege von Facebook kann bis jetzt Messenger Nachrichten löschen

Auf dem Höhepunkt seiner Entschuldigungstour nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica zeigte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor der Aussage im US-Kongress unsicher aber reuig. John Thune, der republikanische Chef des Handelsausschusses des US-Senats, sagte zu Beginn der Anhörung, dass es in Zukunft mehr Regulierung geben könnte.

Der Facebook-Chef war wohl auch bereit, sich gegen die von Apple-Chef Tim Cook geäußerte Kritik zu wehren. Zwar räumte der Konzernchef schwere Fehler ein und versprach strikteren Datenschutz - wichtige Antworten blieb er schuldig. Vor gut vier Jahren hatten Entwickler einer Facebook-Umfrage-App Nutzer-Informationen illegal an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica vermittelt. Der Datenschatz soll dann für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgeschlachtet worden sein. "Nein, Senator, ich würde wahrscheinlich bevorzugen, das nicht hier in aller Öffentlichkeit zu tun", entgegnete Zuckerberg mit leicht gereiztem Unterton.

"Es war mein Fehler, und es tut mir leid", sagt Zuckerberg in dem vollgepackten Ausschussraum 216. "Das war ein großer Fehler". Der Missbrauch sämtlicher Vernetzungsinstrumente, die Facebook zur Verfügung stellt, soll zukünftig verhindert werden. Er versprach bei der stundenlangen Anhörung vor dem US-Senat zahlreiche Überprüfungen und Untersuchungen, etwa bei den Apps von Drittanbietern.

Welche Daten hat Cambridge Analytica ausgewertet? Die Ausschuss-Mitglieder unterbrachen öfter seine wortreichen Ausführungen und zeigten mehr Sachverstand.

Seither sei es die "Top-Priorität" seines Konzerns, "die Unversehrtheit" von Wahlen zu schützen, beteuerte er.

Facebook steckt im Zusammenhang mit dem Skandal um die Privatsphäre von Nutzern in der schlimmsten Krise seit der Gründung des Netzwerks 2004. Was Facebooks Konkurrenz angeht, dünkt mich eine neue Bestimmung interessant: das Recht auf Datenübertragbarkeit.

Die Notizen - die fotografiert während einer kurzen Pause fotografier wurden, als ein Berater Zuckerbergs den Ordner gerade schloss - waren umfangreich und deckten viele Fragen zu den Themen Datendiebstahl, Datensicherheit und unangemessenen Inhalten auf der Facebook ab. Mehrfach wies Zuckerberg darauf hin, dass sein Unternehmen die Daten nicht verkaufe, sondern lediglich auf Basis der ausgewerteten Daten und Nutzeraktivitäten gezielte Werbung vermarkte. Trotzdem taucht Werbung auf Facebook auf über Produkte, über die kurz zuvor auf WhatsApp gechattet wurde. Mark Zuckerberg entschuldigte sich und nahm die Verantwortung auf sich. Er wirkte sichtlich nervös, fing sich aber mit der Zeit. Außerdem soll er laut einem "New York Times"-Bericht ein ganzes Team von Experten hinzugezogen haben, die normalerweise Politiker vor TV-Duellen trainieren". Auch Zuckerbergs Outfit war sorgfältig gewählt. Zuckerberg redet nicht gerne vor großem Publikum, er trägt meist Jeans und ein graues T-Shirt und wollte nach Bekanntwerden des jüngsten Skandals, bei dem die Daten von 87 Millionen Nutzern abgegriffen und weitergegeben wurden, lieber einen Vertreter zur Anhörung vor dem Kongress schicken. Das sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) nach einem Gespräch mit Vertretern des sozialen Netzwerks in Berlin.

Im Falle der Frage, ob er Mitarbeiter feuern wolle, hatte sich Zuckerberg folgende Antwort zurechtgelegt: "Das war meine Verantwortung". Es sei daran erinnert, dass es nicht Facebook war, das vor kurzem ein Problem mit dem Diebstahl von privaten, intimen Prominenten-Heimvideos hatte. "Die EU-Mitgliedstaaten müssen endlich ihre Blockade der geplanten ePrivacy-Reform aufgeben - allen voran Deutschland unter dem konservativ geführten Wirtschaftsministerium".

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