Sig Sauer soll Waffen nach Kolumbien geliefert haben

Der Hersteller Sig Sauer ist im Visier der Staatsanwaltschaft Kiel

Aktuell fehle allerdings noch ein entsprechender Gerichtsbeschluss.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat Anklage gegen mehrere Mitarbeiter des Waffenherstellers Sig Sauer aus Eckernförde erhoben. Aus der Anklageschrift, die Journalisten der Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung einsehen konnten, geht zudem hervor, dass das Unternehmen die Erlöse aus den Lieferungen von mehr als zwölf Millionen Euro zahlen soll.

Laut Anklage wird Sig Sauer zur Last gelegt, die Waffen zunächst in die USA und dann illegal weiter nach Kolumbien ausgeführt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft stellt das einen Verstoß gegen die Außenwirtschaftsverordnung dar. Das Unternehmen soll ohne Genehmigung über die USA Pistolen nach Kolumbien geliefert haben, heißt es in einem Bericht der "Kieler Nachrichten" (Donnerstag).

Nur mit den in Deutschland gefertigten Pistolen habe das US-Schwesterunternehmen von Sig Sauer eine Lieferverpflichtung nach Kolumbien erfüllen können, so die Anklage. Das müsse den nun angeklagten Verantwortlichen klar gewesen sein. Nach Unternehmensangaben lieferte Sig Sauer Pistolen und Pistolenteile an die US-Tochter Sig Sauer Inc. Für dieses Geschäft soll es keine Genehmigung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gegeben haben. Ein Sprecher von Sig Sauer sagte in einer Stellungnahme, man habe die Waffen auf Basis eines Rahmenvertrags an die US-Regierung geliefert, die wiederum mit der kolumbianischen Polizei zusammengearbeitet habe. "Nach wie vor sind wir fest davon überzeugt, dass unsere Ausfuhren in die USA stets rechtskonform erfolgten", sagte er weiter. Bereits 2014 hatte die Staatsanwaltschaft Kiel Ermittlungen in dem Fall eingeleitet.

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