FPÖ will "nicht korrekte" ORF-Korrespondenten "streichen", sagt Steger

Österreich: FPÖ droht ORF-Journalisten die sich „nicht korrekt verhalten“ mit Kündigung

FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger kritisierte am Samstag in den "Salzburger Nachrichten" die Berichterstattung im ORF und löste damit heftige Kontroversen aus.

Sollen die ORF-Gebühren abgeschafft werden?

"Von den Auslandskorrespondenten werden wir ein Drittel streichen, wenn diese sich nicht korrekt verhalten", wird Steger am Samstag von der Zeitung zitiert. So hätten "Stiftungsräte vielfältige Aufgaben", jedoch gehörten die "Verwarnung oder Entlassung von RedakteurInnen" ebenso wenig dazu wie "die Streichung von Korrespondentenstellen, weil die Berichterstattung über befreundete Parteien nicht gefällt", klärt Wolf in seinem Blog unter dem Titel "Herr Grimme & Herr Steger" in Richtung des FPÖ-Stiftungsrates auf. Der blaue Partei-Stiftungsrat, der unter der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung als möglicher neuer Vorsitzender für den ORF-Stiftungsrat im Gespräch ist, dürfte damit zu Orban-kritisch meinen. Wichtig ist dem FPÖ-Stiftungsrat auch eine neue Social-Media-Richtlinie für Redakteure.

Der ORF-Redakteursrat hat am Samstagnachmittag gegen "Einschüchterungsversuche" aus der Politik protestiert.

Die Übertragung der Sommernachtsgala bis inklusive 2021 sowie die Übertragung von sieben Veranstaltungen aus dem Kunst- und Kulturland Niederösterreich auf ORF III: Das sind die wichtigsten Inhalte der Vereinbarung, die heute, Donnerstag, in Anwesenheit von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, den ORF III-Geschäftsführern Eva Schindlauer und Peter Schöber sowie NÖKU-Geschäftsführer Paul Gessl unterzeichnet wurde. Bis 2020 werde das Korrespondentennetz daher um zwei weitere Standorte ausgebaut. Brüssel-Büroleiter Peter Fritz kritisierte, dass "ein ORF-Stiftungsrat gegen sein eigenes Unternehmen hetzt und einen untadeligen Kollegen erkennbar bedroht".

Kritik kam - ebenfalls via Social Media - auch von ORF-Journalisten: "Dieser direkte Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von einem Aufsichtsorgan ist ein neuerlicher Tiefpunkt der Medienpolitik", kritisierte Redakteursratsvorsitzender Dieter Bornemann.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz indes hob die Bedeutung der Auslandsbüros hervor. Tolle Idee 'Objektivität' von Parteienvertretern bewerten zu lassen. "Wer dagegen verstößt, wird zunächst verwarnt - und dann entlassen", so Steger.

Vorwürfe der Hetze hält die FPÖ für "inakzeptabel und infam", denn dass ein Stiftungsrat objektive Berichterstattung und korrektes Verhalten einfordere, sei "geradezu eine Verpflichtung". Es sei befremdlich, dass ein Stiftungsrat, der sich anschickt, den Vorsitz im höchsten ORF-Gremium zu übernehmen, die Unabhängigkeit des Senders in Frage stellt.

Stegers Äußerungen, er wolle das Korrespondentennetz "schwächen und missliebige Korrespondenten ablösen, ist auf das Entschiedenste zurückzuweisen", erklärte Wrabetz.

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