Mark Zuckerberg: "Es war mein Fehler, und es tut mir leid"

Facebook bietet Belohnungen für Hinweise auf Datenmissbrauch

Mark Zuckerberg erwartet nach eigenen Angaben eine künftige Regulierung seiner Industrie. Dabei kam er irgendwann ganz schön ins Straucheln.

Zentrales Thema der Kongressanhörungen waren auch die mutmaßlich aus Russland betriebenen Desinformationskampagnen im US-Wahlkampf.

Wie am Vortag griff der Nichtssager Zuckerberg auf Ausflüchte zurück, wich kritischen Fragen aus, verwies mehrfach darauf, sein Team werde die Informationen später nachreichen.

"Ich glaube, dass die Menschen all ihre Inhalte besitzen", antwortete Zuckerberg ausweichend. "Nein, Senator, ich würde wahrscheinlich bevorzugen, das nicht hier in aller Öffentlichkeit zu tun", antwortete Zuckerberg und brachte damit selbst den Datenskandal auf den Punkt. Die Ausschuss-Mitglieder unterbrachen öfter seine wortreichen Ausführungen und zeigten mehr Sachverstand. Für ihn und sein Unternehmen steht viel auf dem Spiel: Der Skandal berührt das Geschäftsmodell von Facebook, das auf massiven Datensammlungen über seine Nutzer beruht.

Dabei ging es nicht nur um die Daten der rund 300'000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Zudem reduzierte Facebook bereits den Zugriff von App-Entwicklern auf Nutzerinformationen deutlich und Nutzer bekamen mehr Möglichkeiten zum Schutz ihrer Privatsphäre gemäß EU-Datenschutzgrundverordnung.

Der kommissarisch amtierende Chef der umstrittenen Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gibt seinen Posten unterdessen nach nur drei Wochen wieder auf. Zugleich zeigten einige Senatoren Lücken beim Verständnis der Funktionsweise und des Geschäftsmodells von Facebook. Jetzt informiert das soziale Netzwerk seine User. Auch dieser Frage wich Zuckerberg aus, sprach nur davon, es könne aus "technischen Gründen" durchaus so sein. Gibt es überhaupt noch Alternativen, zu denen ein Facebook-Nutzer wechseln könne, wollte der republikanische Senator Lindsey Graham wissen. Zuckerberg erklärte, er sei per se nicht gegen eine Regulierung, wenn es die richtige Regulierung sei.

Nach der Anhörung vor Ausschüssen des Senats am Dienstag war dieses Mal das Abgeordnetenhaus an der Reihe. "Das war ein großer Fehler". Statt des üblichen grauen T-Shirts trug er einen dunklen Geschäftsanzug mit blauer Krawatte und passte sich damit dem steifen parlamentarischen Ambiente an. Es sei komplex und Facebook bemühe sich, das in einer vernünftigen Zeit zu erledigen, sagte der Firmenchef.

Aus den Quartalsberichten von Facebook kann man ablesen, wie viel der Internet-Konzern pro Nutzer mit Werbung verdient. "Das machen wir nicht", sagte Zuckerberg.

Diese Linie dürfte nicht verhindern, dass es neue Regeln und Vorschriften zum Datenschutz für Facebook und andere Unternehmen geben wird. Was Hassrede betreffe, sei er optimistisch, "dass KI-Werkzeuge in fünf bis zehn Jahren auch Nuancen erkennen, die sprachlichen Nuancen unterschiedlicher Arten von Inhalten".

Auslöser für die Anhörung mit dem ersten Auftritt Zuckerbergs im US-Kongress war der aktuelle Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica.

Related:

Comments

Latest news

Sportwagenfahrer überschlägt sich auf der A4 und stirbt
Die Autobahn war wegen der Verkehrsunfallaufnahme und Bergung rund zwei Stunden voll gesperrt. Zwischen Jena und Stadtroda ist ein Mann mit seinem Sportwagen in den Tod gerast.

Taktik-Fehler und Crash kosten Vettel den Sieg
Der Deutsche wiederum konnte sich des Angriffs von Hamilton erwehren, der in der Zwischenzeit auf Platz drei vorgerückt war. Auf dem Shanghai International Circuit werden sich die Rennfahrer auch diesmal ein spannendes Rennen liefern.

Beziehung zu Russland: Steinmeier warnt vor "gefährlicher Entfremdung"
Dieser gefährlichen Entfremdung entgegenzuwirken, ist die eigentliche Herausforderung und Aufgabe verantwortlicher Politik. Er wisse, wie schwer das ist, und dass derjenige, der sich bemühe, dem Scheitern immer näher sei als dem Erfolg.

Russland im UN-Sicherheitsrat: USA und Verbündete wie "Hooligans"
Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin nannte den Angriff eine aggressive Aktion Amerikas und seiner Alliierten. Man könne nicht tatenlos zusehen, wie der Syrien-Verbündete Russland jede internationale Norm zertrümmere.

Multiplayer kosten
Die Spieler fürchten jedoch, dass dann ein Spiel immer mehr Pay-to-Win Elemente besitzt und damit nicht mehr interessant ist. Die ersten Bugs werden bereits erwartet und man hofft viele zu finden damit sie bis 2018 ausgemerzt werden können.

Other news