Mehr als 13.000 protestieren gegen hohe Mieten in Berlin

Ein Graffiti für bezahlbare Mieten am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg

Berlin. Sie haben es satt: Rund 25.000 Menschen haben am Samstag in Berlin laut Veranstalterangaben ein starkes Zeichen gegen steigende Mieten gesetzt.

Familien mit Kindern, Studenten und Rentner, junge und alte Paare, auch Rollstuhlfahrer zogen unter dem Slogan "Widerstand - gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn" vom zentralen Potsdamer Platz durch die Stadtteile Kreuzberg und Schöneberg.

Erstmals gingen in Berlin Tausende Menschen gegen die Wohnungspolitik auf die Straße, bei ähnlichen Demonstrationen im September 2016 und im April 2017 waren es jeweils nur mehrere Hundert Teilnehmer gewesen.

Viele hielten und schwenkten Transparente und Schilder.

Bei einer Großdemonstration in Berlin gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten haben Zehntausende ihren Unmut geäußert. Das Problem steigender Mieten sei nicht entstanden, weil in Berlin mit Wohnungen Geld verdient werde, sagte Christian Gräff, Sprecher für Bauen und Wohnen der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Wohnen dürfe kein Geschäftsmodell sein, Häuser dürften nicht für Gewinne gebaut werden. Menschenwürdiges Wohnen sei ein Grundbedürfnis und Menschenrecht.

Zustimmung erhielten die Demonstranten vom Regierenden Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er forderte den neuen Heimatminister Horst Seehofer (CSU) auf, die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag zügig umzusetzen: "Berlin hat alle vorhandenen gesetzlichen Instrumente ausgeschöpft. Der Bund muss jetzt liefern". "Als allererstes brauchen wir tatsächlich Umsteuerungen im Mietrecht", sagte Lompscher am Samstag am Rande eines Parteitags der Berliner Linken. Dass bei bestehenden Verträgen die Miete um 15 Prozent in drei Jahren steigen dürfe, sei beispielsweise zu hoch.

Auch der Berliner Mieterverein sieht vor allem den Bund am Zug. Dadurch werden verfügbare Wohnungen knapper, besonders die Mieten in den Innenstädten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. "In keiner Stadt ist so eine Situation haltbar, dass es so viele Wohnungssuchende gibt, die auch daran scheitern, weil es nicht genug Wohnungen gibt und weil die Wohnungen auch zu teuer geworden sind und noch kein Ende in Sicht ist".

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