Prevent fordert von VW Aufklärung über Spitzeleien

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Man habe Auskünfte im Rahmen des rechtlich Zulässigen einholen lassen. Dabei seien sogar Privatadressen von Mitgliedern der Eigentümer-Familie und aus dem Management ins Visier genommen worden. Dies sei nach allem, was man derzeit wisse, jedoch "stets im Rahmen der rechtlichen Vorschriften" geschehen.

Auch die Kanzlei Hogan Lovells, die VW in dem Fall bereit, erklärte, der mit den Recherchen beauftragte Dienstleister sollte zu jeder Zeit möglichst offen auftreten und sämtliche Recherche-Schritte schriftlich dokumentieren. Der Automoblikonzern soll seinen Zulieferer, die Prevent-Gruppe beschatten lassen haben.

"Wir haben in der damaligen Ausnahmesituation, in der uns Prevent durch unrechtmäßige Lieferstopps in eine Zwangslage gebracht hatte, Recherchen über die Gruppe in Auftrag gegeben", sagte ein VW-Sprecher "Bild am Sonntag" zu den Vorwürfen.

"In Krisensituationen gehört das zu den Kernaufgaben anwaltlicher Tätigkeit, ist üblich, legal und legitim", sagte ein Vertreter des Düsseldorfer Anwaltsbüros der Deutschen Presse-Agentur. Dabei habe man betont: Alle gesetzlichen Regeln seien einzuhalten. Die Verantwortlichen müssten umgehen und abschließend Klarheit schaffen, hieß es. "Das Vorgehen von VW hat uns zutiefst schockiert, vor allem, weil offenbar auch das Privatleben von Mitarbeitern ausgeforscht wurde". Sie betreibt ein weit verzweigtes, internationales Geflecht von Beteiligungen an verschiedenen Firmen. Hintergrund seien von Volkswagen am 21. März fristlos gekündigte Lieferverträge mit drei Prevent-Töchtern.

Anfang April wurde bekannt, dass Volkswagen seine Verträge mit ES Automobilguss, Car Trim und Prevent Foamtec in Stendal gekündigt hat (TAG24 berichtete). Daher würden bestehende Geschäftsbeziehungen regelmäßig überprüft. Zwei Prevent-Tochterunternehmen hatten VW im August 2016 kurzfristig nicht mehr mit Sitzbezügen und Getriebeteilen beliefert. Auch Hogan Lovells stellte die Lage so dar. Die Folge waren 160 Tage Produktionsstopp, ein Minus von 140 000 Fahrzeugen und Zwangsurlaub für rund 18 000 Beschäftigte.

Im Streit mit Zulieferbetrieben der Prevent-Unternehmensgruppe hat Volkswagen einem Zeitungsbericht zufolge Privatermittler eingesetzt.

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