Der Berliner Niko Kovac wird neuer Trainer von FC Bayern

Volle Konzentration nicht nur in der Champions League sondern auch im Liga-Alltag Bayern Trainer Jupp Heynckes

Niko Kovac, am 15. Oktober 1971 als Sohn kroatischer Gastarbeiter im Westen der damals geteilten Hauptstadt Berlin geboren und später Fußballprofi in der Bundesliga sowie Nationalspieler Kroatiens, wird am 1. Juli seinen Dienst als neuer Cheftrainer von Bayern München antreten. Am späten Donnerstagabend überschlugen sich die Ereignisse. Kovac erhält beim deutschen Rekordmeister einen Dreijahresvertrag. Das sei alles ganz schnell gegangen, sagt der wechselnde Trainer noch, bevor dann Eintracht- Sportvorstand Fredi Bobic in sein Mikrophon schimpft. Angeblich sei der Deal sogar schon seit zwei Wochen perfekt.

Vielleicht hat sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß tatsächlich vorgenommen, einfach nur in aller Ruhe ein Fußballspiel anzuschauen und den Abend danach gemütlich ausklingen zu lassen. Aber in diesem Fall war es so. "Wir müssen Profis sein", sagte Bobic. "Niko redet immer mit mir, aber es sind keine Infos zu mir geflossen".

Bobic hatte sich vor allem darüber echauffiert, dass er von keinem Verantwortlichen der Bayern über die Vertragsverhandlungen informiert worden war. Nach einem entspannten Fußballabend auf ihren Tribünenplätzen ging es den Münchner Wortführern beim einzigartigen Auftritt Seite an Seite in der Interviewzone der Allianz Arena auch noch darum, die Deutungshoheit über die Umstände der Verpflichtung von Niko Kovac als Nachfolger von Jupp Heynckes zurückzugewinnen. "Wir wollen das Maximum dieses Jahr erreichen", sagte Nationalstürmer Wagner. Tuchel sagte vor drei Wochen offenbar am Telefon ab, weil er bei Paris Saint-Germain im Wort stand.

Dadurch unterschied sich der Eintracht-Coach am Ende von anderen verbliebenen Kandidaten wie Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) oder Jürgen Klopp (FC Liverpool). Bei Eintracht Frankfurt, wo Kovac noch bis Ende Juni unter Vertrag steht, hat er sich einen vorzüglichen Ruf erarbeitet. Bobic schießt gegen die Bayern-Bosse! Ich kann nachvollziehen, dass Fredi nicht glücklich ist, wenn ein Trainer, mit dem sie zwei Jahre erfolgreich zusammengearbeitet haben, den Club verlässt. Niko kennt den Club, er kennt die DNA des Clubs. Zuvor habe Kovac auch als Nationaltrainer mit Kroatien bei der WM 2014 in Brasilien eine gute Visitenkarte abgegeben, sagt Heynckes.

Die Bedenken unter den Bayern-Fans, dass Kovac in seiner Trainerkarriere noch kein Champions-League-Spiel bestritten und noch keinen Titel gewonnen hat, wischte am Freitag sein Vorgänger vom Tisch. "Das hat mich schlagartig getroffen", sagte der 46-Jährige, der wochenlang jeglichen Kontakt nach München abgestritten hatte.

Interessant: Mehrere Medien verkündeten am Donnerstag, dass die Münchner die Verträge mit Franck Ribéry und Arjen Robben verlängert haben sollen. Dies dürfte höchstwahrscheinlich nur nach Absprache mit dem neuen Trainer erfolgt sein.

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